Medien : Polit-Magazine in Mode

Eckhard Stengel

Die Verlegung der politischen Magazine am Donnerstag auf 20Uhr15 muss nicht das letzte Wort der ARD sein. "Wir wollen das einige Monate beobachten, um herauszufinden, was der beste Sendeplatz ist", sagte ARD-Programmdirektor Günter Struve am Dienstag zum Abschluss der ARD-Intendantenkonferenz in Bremen. Laut Struve hat der neue Termin dazu geführt, dass mehr Menschen die Magazine eingeschaltet haben als vor der Änderung. Weil aber zu dieser Zeit die Fernsehnutzung insgesamt höher liegt, ist der Marktanteil der ARD bei diesen Sendungen mit etwa elf Prozent konstant geblieben. Die ersten beiden Magazine mit Beginn um 20 Uhr 15 erreichten im Januar jeweils gut 3,5 Millionen Zuschauer. Wenn dieser Wert auf über vier Millionen steigen sollte, dann wäre die Vorverlegung "eine der besten Operationen der letzten Jahre" gewesen, meinte Günter Struve.

Ob die ARD bei der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft einen geteilten Bildschirm zum Einblenden von Werbung während der Spiele einführt, darüber konnten sich die Intendanten bei ihrem Teffen in Bremen noch nicht einigen. Als Test soll jetzt bei der Vorabendserie "Marienhof" am Rande des Abspanns Eigenwerbung eingeblendet werden.

Günter Struve wollte sich nicht dazu äußern, ob er doch noch offiziell für das Amt des ZDF-Intendanten kandidieren werde. Der ARD-Progammchef sagte, diese Frage sei so hypothetisch wie die Frage, ob er Bundesverteidigungsminister werden wolle: "Das traue ich mir auch zu". Wenn er kandidieren wollte, würde er vorher mit dem wählenden Gremium, dem ZDF-Fernsehrat, sprechen. In den letzten Monaten habe er aber "mit nicht einem einzigen Mitglied des Fernsehrats Kontakt gehabt". Der ARD-Vorsitzende Fritz Pleitgen meinte, es wäre "für uns ein schwerer Verlust", wenn Struve tatsächlich zum ZDF wechseln sollte.

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