Printbranche : Anteile des Wirtschaftsmagazins "Brand eins" stehen zum Verkauf

Die Medieninvestmentgesellschaft BMP will ihre Anteile am Wirtschaftsmagazin "Brand eins" verkaufen. Infrage kommt aber nur "ein guter Partner für die Zukunft".

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Gabriele Fischer
Gabriele FischerFoto: Promo

Würde man der Medieninvestmentgesellschaft BMP finanziell gesehen ein „unmoralisches Angebot“ machen, wäre der Vorstandsvorsitzende Oliver Borrmann nicht abgeneigt, eine der derzeit zwanzig BMP-Beteiligungen zu verkaufen: Zumindest „wenn der richtige Partner mit dem richtigen Preis auf uns zukommt“.
Den richtigen Preis gilt es demnächst möglicherweise für das Wirtschaftsmagazin „brand eins“ zu finden, an dem BMP 35 Prozent der Anteile hält – als einer von insgesamt vierzehn Aktionären. Borrmann und sein BMP-Kollege Jens Spyrka haben laut „Spiegel“-Informationen mit den Verlagshäusern Ringier und Gruner + Jahr über einen Verkauf ihrer „brand eins“-Anteile verhandelt: Angeblich für einen Preis von 25 Millionen Euro. Bei Gruner + Jahr, die in letzter Zeit vor allem durch ihren rigorosen Sparkurs aufgefallen waren, hält man sich dazu lieber bedeckt: Pressesprecher Claus-Peter Schrack ließ wissen, „Medienspekulationen“ würden „nicht kommentiert“. Auch BMP gibt keine Auskunft über konkrete Interessenten, aber: „In den letzten Jahren sind viele Medienhäuser auf ,brand eins‘ zugekommen“, so Borrmann.

BMP soll nur an einen "guten Partner für die Zukunft" verkaufen

Die Gründerin und Chefredakteurin von „brand eins“, Gabriele Fischer, sah sich aufgrund des „Spiegel“-Artikels genötigt, klarzustellen, dass keineswegs das komplette Magazin zu verkaufen wäre: „Nur einer der Aktionäre, nämlich BMP, kann sich einen Verkauf seiner Anteile vorstellen“, sagte sie dem Tagesspiegel. Ihre eigenen Anteile, die 11 Prozent umfassen, stünden nicht zum Verkauf. Der genannte Preis von 25 Millionen Euro für die BMP-Anteile sei zwar durchaus einmal Thema gewesen. Allerdings stamme diese Summe „aus ferner Vergangenheit“, so Fischer. Weiter erklärte sie, dass es beim Verkauf der BMP-Anteile nicht nur um Geld ginge: „Es herrscht im Aktionärskreis Einigkeit, dass ein eventueller Käufer ein guter Partner für die Zukunft von ,brand eins‘ sein muss. Solange wir den nicht gefunden haben, verkauft auch BMP nicht“.

In der Tat können sich sämtliche Aktionäre von „brand eins“ entspannt zurücklehnen. Das Wirtschaftsmagazin, das Fischer 1999 gründete, hat derzeit über 90000 Stück verkaufte Auflage, keine Schulden, und, wie Fischer sagt, „entspannte Investoren“. Eile, einen neuen Aktionär zu finden, besteht also nicht.

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