Printmedien : Bund wirbt für Zeitungslektüre

Die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger wollen gemeinsam mit der Bundesregierung die Leselust junger Menschen fördern. Dafür hat Kulturstaatsminister Bernd Neumann am Donnerstag in Berlin die "Nationale Initiative Printmedien“ gestartet.

Das bundesweite Netzwerk von Verbänden und Organisationen solle das Bewusstsein für die Bedeutung gedruckter Publikationen in der Demokratie stärken, sagte Neumann. Zu den Partnern der Initiative gehören unter anderem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der Verband Deutscher Lokalzeitungen (VDL), der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) und der Bundesverband Presse-Grosso.

Die Reichweite von Printmedien sei seit Jahren rückläufig, für immer mehr junge Menschen sei das Internet die einzige Informationsquelle, sagte Neumann. Nur 60 Prozent aller jungen Erwachsenen bis 29 Jahre werden von einer Tageszeitung erreicht. Bei den 14- bis 19-Jährigen ist es jeder fünfte. Das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften müsse wieder selbstverständlicher werden. In der Initiative werden vorhandene Projekte wie „Zeitung in der Schule“, „Zeitschriften in der Schule“ oder Kinderseiten in Tageszeitungen gebündelt. Die Mitglieder sollen bei jährlichen Treffen Erfahrungen austauschen und Vorschläge erarbeiten, wie Printmedien für die junge Zielgruppe attraktiver gestaltet werden können. Erste Maßnahme: ein Schülerwettbewerb zum Thema „60 Jahre Bundesrepublik Deutschland“.

Heftige Kritik äußerten die Verleger bei der Veranstaltung an den Plänen der Deutschen Post für ein überregionales Anzeigenblatt. Damit werde die freie Presse untergraben, betonten BDZV-Vorstandsmitglied Valdo Lehari jun. und VDZ-Geschäftsführer Wolfgang Fürstner. Ein vom Bund kontrolliertes Unternehmen dürfe nicht in den Medienmarkt einsteigen. Neumann sagte, er werde alles tun, um diese Entwicklung zu bremsen. „Und noch ein Tipp von mir: Wenden Sie sich mit Massivität auch an den Bundeswirtschaftsminister.“ meh

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