Medien : „Private werden ungerecht behandelt“

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Am Sonntag lässt Sat 1 live über die Finanzierung von ARD und ZDF diskutieren. Finden Sie es in Ordnung, das eigene Medium zu instrumentalisieren, um politische Interessen Ihres Fernsehkonzerns durchzusetzen?

Es ist legitim, weil ARD und ZDF ihre Themen auch in den Nachrichten behandeln. Der Unterschied ist: Dort tritt immer der Intendant auf. Bei Sat 1 sitzt kein Einziger aus der Senderfamilie in der Runde.

Wonach haben Sie die Gäste ausgewählt?

Wir haben mit Edmund Stoiber, Peer Steinbrück und Klaus Wowereit drei Ministerpräsidenten die absolut im Thema sind. Wir haben zwei Moderatoren, beide Publikumslieblinge: Thomas Gottschalk vom ZDF, der bei den Privaten war, und Günther Jauch von RTL, der vom Bayerischen Rundfunk kommt. Hinzu kommen mit Fritz Pleitgen ein eloquenter Mann der Öffentlich-Rechtlichen und mit Georg Kofler ein eloquenter Mann der Privaten. Eine faire Mischung.

Was versprechen Sie sich von der Sendung?

So wie es in einem Familienrat darum geht, Kommunikationsblockaden zu lösen, indem die Einzelnen lernen, über ihre Rolle hinaus miteinander zu reden, ist es mein Ziel, beim Thema Rundfunkfinanzierung eine Diskussion in Gang zu bringen. In diesem Markt werden die Privaten ungerecht behandelt. Gleichzeitig kenne ich viele aus ARD und ZDF, die im persönlichen Gespräch sagen: Ich weiß, dass wir uns bewegen müssen, aber zitieren Sie mich nicht. Wenn diese Leute anfangen zu reden, können wir den Markt neu ordnen. Es wird Kompromisse geben, es gibt aber auch gemeinsame Interessen. Ich bin sicher, dass wir am Ende eine Lösung finden, die dazu führt, dass es beiden Seiten besser geht. Dazu müssen wir uns an einen Tisch setzen und reden.

Hubertus Meyer-

Burckhardt , 49, Vorstand bei der ProSieben Sat 1 Media AG, ist Initiator der einstündigen Sondersendung „Was erlauben Strunz“. Sonntag, Sat 1, 22 Uhr 15.

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