Medien : Qualität sichert die Zukunft der Zeitung

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Weblogs, Podcast und Co. werden die Zeitung nie gänzlich ersetzen können – darüber waren sich fast alle Experten der Podiumsdiskussion „Zukunft der Zeitung“ einig. Denn gerade in Zeiten der Informationsflut würde den Printmedien eine verstärkte Bedeutung zukommen. Sie böten den Lesern Analyse und Orientierung, sagte der Medienwissenschaftler Michael Haller von der Universität Leipzig auf der Veranstaltung, die vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gemeinsam mit dem Tagesspiegel ausgerichtet wurde. Voraussetzung für den Erfolg der Zeitungen sei dabei allerdings, dass diese sich auf journalistische Qualitäten – wie verständliches Schreiben – besinnen. „Zeitungen werden zunehmend darauf angewiesen sein, exklusive, besondere Geschichten zu machen“, sagte Tagesspiegel-Chefredakteur Lorenz Maroldt.

Schwindende Anzeigenerlöse, geringere Abonnentenzahlen und die Konkurrenz durch das Internet machen den Tageszeitungen zunehmend zu schaffen: Seit1992 sei die Auflage der Tageszeitungen um 20 Prozent zurückgegangen, sagte Siegfried Behrendt vom Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung. Nur noch etwa ein Drittel der Jugendlichen nutzten Tageszeitungen. Ob und wie die Generation „I-Pod“für Zeitungen begeistert werden könne, darüber waren sich die Experten allerdings nicht einig. „Tenager wollen sich von der etablierten Welt abgrenzen“, sagte Medienwissenschaftler Michael Haller. Daher könnten Tageszeitungen sie kaum erreichen. Der Chefredakteur der Jugendzeitschrift „Spiesser“, Peter Stawowy, plädierte für eine den Jugendlichen angepasste Ansprache. Außerdem müssten sich Zeitungen stärker an der Lebenswirklichkeit der Jugend orientieren. „Dies kann aber nur gelingen, wenn die Redaktion der Zeitungen selbst aus jungen Leuten besteht.“ Die Jugendzeitschrift „Spiesser“ wird vor allem von Schülern produziert. Mit einer verteilten Auflage von 330 000 Stück konnte sich die Gratis-Zeitschrift in Ostdeutschland etablieren.lak

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