Medien : Radiokooperation: ORB will zwei Kulturwellen: eine mit dem NDR, eine mit dem SFB

Joachim Huber

Die bereits unendliche Geschichte der Radiokooperation zwischen Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) bekommt noch eine Fortsetzung. "Mit kühlem Kopf", heißt es in einer Pressemitteilung des Potsdamer Senders vom Dienstag, hätten Intendant Hansjürgen Rosenbauer und Hörfunkdirektorin Hannelore Steer dem SFB einen neuen Vorschlag "zum weitestgehenden Erhalt der Hörfunkkooperation und der Programmvielfalt" unterbreitet. Demnach soll es weiterhin zwei Kulturprogramme für die Region geben: eine Klassikwelle von Norddeutschem Rundfunk (NDR) und ORB, sodann eine Fortsetzung von Radio Kultur, an dem sich der ORB unter Federführung des SFB finanziell und personell beteiligen würde. Der Umfang des Potsdamer Senders an Radio Kultur "müsste noch verhandelt werden", heißt es einerseits; andererseits sollte der SFB diejenigen Programmstrecken übernehmen, die der Nordsender in der mittlerweile beerdigten Trias aus SFB, ORB und NDR für ein geplantes, gemeinsames Radio 3 leisten sollte. Gewährleistet müsse bei einem fortgesetzten Radio Kultur auf jeden Fall sein, dass in dem das Programm prägenden Wortbereich Brandenburger Kunst, Kultur und Wissenschaft angemessen vertreten seien.

Im Gegenzug zum ORB-Engagement bei Radio Kultur sollte sich der SFB weiter finanziell an Radio Eins beteiligen. "Die Kooperation bei Fritz wird unverändert fortgesetzt." Ferner will der ORB "nach Maßgabe seiner Haushaltsplanung prüfen, ob ihm eine Beteiligung an Inforadio zu einem weiteren Zeitpunkt wieder möglich ist".

Der Sender Freies Berlin begrüßte in einer ersten Reaktion, "dass der ORB so prompt auf die Vorschläge von Intendant Horst Schättle zur künftigen Gestaltung der Hörfunkkooperation reagiert hat" (wir berichteten). Der SFB werde die ORB-Vorstellungen nunmehr im Einzelnen prüfen. Senderchef Horst Schättle: "Gefordert ist jetzt programmliche Fantasie, verbunden mit ökonomischer Solidität zum Wohle der Hörerinnen und Hörer in der Region".

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