Medien : Reality-Soap: Wie geht es "Big Brother"?

Markus Huber

Kann sein, dass Alida weniger spricht als Andrea; kann sein, dass Harry weniger Kultpotenzial hat als Zlatko; es kann auch sein, dass Walter weniger vor der Kamera poppt als Alex. Fest steht, dass "Big Brother 2" viel weniger aufregt als die erste Staffel; dass in den Medien viel weniger darüber berichtet wird; und dass sich kein Mensch mehr die Mühe macht, den Container medienphilosophisch zu analysieren. Und dennoch: Beim zweiten Versuch gucken mehr Menschen zu als bei der ersten Staffel.

3,5 Millionen Deutsche zwischen 14 und 49 Jahren, gerne als die werberelevante Zielgruppe bezeichnet, zappten am Samstag rein, als Daniela und Karim den Container freiwillig in Richtung Südafrika verließen. Das waren sogar mehr als beim Showdown zwischen Zlatko und Jürgen, dem Quotenhighlight der ersten Version. Auch bei den normalen Wochenzusammenfassungen an normalen Sonnabenden sind es mit durchschnittlich drei Millionen Zuschauern zwischen 14 und 49 Jahren fast eine Million mehr als bei der ersten Staffel.

Das hat auch, aber nicht nur damit zu tun, dass die Samstagsshow nun beim Marktführer RTL läuft. Denn auch während der Woche, wenn "Big Brother" bei der kleinen Schwester von RTL 2 zu sehen ist, sind fast eine Million Menschen mehr vor dem Fernseher. Für die RTL-Gruppe bedeutet das, dass die Kooperation erfolgreich war.

Und für Medienkritiker bedeutet das, dass Totschweigen offensichtlich auch nicht immer funktioniert.

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