Medien : Rettung vor der Not

Nicht auf den Schaden warten: Denn selbst ein Vor-Ort-Service schützt nicht vor bösen Überraschungen

Kurt Sagatz

Beim Kauf des neuen Computers fühlte man sich noch in seiner Entscheidung bestätigt: „Tritt innerhalb der Gewährleistungszeit ein Defekt auf, hilft unser Vor-Ort-Service“, warb der Hersteller. So weit stimmt das auch. Nach dem Notfall-Anruf bei der Service-Hotline rückte tatsächlich der Techniker aus. „Doch wenn es sich um mehr als ein Konfigurationsproblem handelt, werden häufig nur die möglichen Problemquellen ausgetauscht und das Betriebssystem neu aufgespielt“, berichtet Gerhard Ziegler, Chef des Berliner Computer-Pannendienstes PC Notruf. Denn was der Anwender nicht weiß: Die Sicherung der persönlichen Daten und Einstellungen gehört zumeist nicht zum Wartungsvertrag. Die Folge: Der Computer wird zwar repariert, die eigenen Daten aber sind futsch. Doch das ist nicht der einzige Grund, warum man sich rechtzeitig auf eine PC-Panne vorbereiten sollte.

REGELMÄSSIG DATEN SICHERN

Ein Vor-Ort-Techniker, der aus Zeitgründen nur schnell den Originalzustand des Computers wiederherstellt, ist eben nur ein Grund, warum man nach einer Reparatur auf eine Datensicherung angewiesen ist. Müssen aufgrund eines Defektes entscheidende Komponenten wie die Hauptplatine ausgetauscht werden, ist es zumeist ebenfalls notwendig, das Betriebssystem neu zu installieren, was ebenfalls zum totalen Datenverlust führen kann. Nur das regelmäßig Sichern der persönlichen Daten und Einstellungen kann dagegen schützen. Wird ein Pannendienst mit der Reparatur beauftragt, legen Sie darum verbindlich fest, dass zuvor die Daten gesichert werden.

WAS MUSS GESICHERT WERDEN?

Sämtliche eigenen Dateien und persönlichen Einstellungen. Die eigenen Daten umfassen Dokumente, Datenbanken, Bildbestände, Musikstücke, Filme und sonstige Daten, die ohne Sicherung nicht wiederherzustellen sind. Um den PC schnell wieder flott zu bekommen, sollten auch wiederherstellbare persönliche Einstellungen wie die Favoritenliste des Internet Explorers oder das Adressbuch des Mail- Programms gesichert werden.

WIE WIRD GESICHERT?

Die Daten sollten immer auf einem zweiten Datenträger gesichert werden. Eine zweite Partition des gleichen Laufwerks hilft nichts, wenn sich die Festplatte mit einem Schaden verabschiedet. Als Sicherungsmedium kommen für die private Nutzung eine zweite Festplatte (beispielsweise eine externe USB-Festplatte), selbst gebrannte CDs und DVDs oder für kleinere Datenmengen auch die handlichen USB-Sticks (selbst 512 Megabyte große Sticks gibt es inzwischen für unter 50 Euro) in Frage. Im einfachsten Fall werden die Dateien mitsamt der Verzeichnisse auf das Sicherungsmedium kopiert. Um größere Datenmengen zu sichern, kann bei Windows XP auch das Programm „Sicherung“ (in Zubehör/Systemprogramme) eingesetzt werden.

WAS IST MIT WINDOWS SELBST?

Das Betriebssystem und die Anwendungsprogramme müssen bei einer Neuinstallation ohnehin komplett neu aufgespielt werden, eine Sicherung per Backup ist nicht nötig. „Wichtig ist, dass Sie über die Original-Software oder über Sicherungskopien der Programme verfügen“, sagt Ziegler. „Wir als Pannenhelfer können nicht alle Programme und Systeme mitbringen. Zudem ist es aus lizenzrechtlichen Gründen notwendig, dass wir von den Kunden die Original-Seriennummern der Programme erhalten.“

WELCHE SOFTWARE WIRD BENUTZT?

Um den Computer nach einer Reparatur möglichst schnell wieder wie gewohnt nutzen zu können, sollte man von Zeit zu Zeit überprüfen, mit welchen Programmen man überhaupt arbeitet. Danach richtet sich, von welcher Software man in jedem Fall die Original-Installations-CDs mitsamt der nötigen Lizenzschlüssel aufbewahren sollte. Für Programme und Updates aus dem Internet oder von Heft-CDs gilt: vor der Installation auf den eigenen Rechner kopieren und dann über das regelmäßige Backup mitsichern.

ALLE FEHLER PROTOKOLLIEREN

Die meisten Computerpannen zeichnen sich nach der Erfahrung von PC-Notruf-Mann Ziegler bereits frühzeitig ab. Sobald ein Problem auftaucht, sollte man sich eine kurze Notiz davon machen, damit der Techniker nachvollziehen kann, wie der Fehler zustande kam. Wichtig: „Schreiben Sie sich genau auf, was Sie getan haben, bevor es zu dem Defekt kam. Das hilft uns bei der Reparatur und spart Ihnen Kosten“, rät Ziegler.

WAS MAN UNTERLASSEN SOLLTE

Keine Fehlersuche auf eigene Faust, wenn man nicht über das nötige Wissen verfügt. Gibt die Festplatte verdächtige Geräusche von sich, sollte man den Computer schnellstmöglich ausschalten und fachkundige Hilfe abwarten. Die Experten verfügen über Techniken, die Festplatte zumindest soweit wiederherzustellen, dass noch eine Datensicherung vorgenommen werden kann. Das gilt auch beim versehentlichen Löschen von Dateien. Aber auch bei Virenverdacht rät Ziegler dazu, den PC sofort zu stoppen und vom Fachmann überprüfen zu lassen.

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