• Satiriker nennt Spitzenkandidatin "Nazi-Schlampe": AfD erstattet Strafanzeige gegen "extra 3"

Satiriker nennt Spitzenkandidatin "Nazi-Schlampe" : AfD erstattet Strafanzeige gegen "extra 3"

"Beleidigung unserer Spitzenkandidatin Alice Weidel": AfD bereitet Strafanzeige gegen "extra-3"-Satiriker Christian Ehring vor.

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Der "extra-3-"Satiriker Christian Ehring hat "Nazi-Schlampe" gesagt.
Der "extra-3-"Satiriker Christian Ehring hat "Nazi-Schlampe" gesagt.Foto: NDR

Christian Ehring hat quasi darum gebettelt - und jetzt hat ihn die Alternative für Deutschland (AfD) erhört. Die Partei bereitet eine Strafanzeige gegen den „extra-3“-Satiriker Christian Ehring vor. Nach der Prüfung durch den Medienanwalt der Partei werde der AfD-Bundesvorstand juristisch wegen „Beleidigung unserer Spitzenkandidatin Alice Weidel“ gegen den Satiriker vorgehen, sagte Pressesprecher Christian Lüth dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Dienstag in Berlin. Weitere Details wollte die Partei „aufgrund des nun anlaufenden Verfahrens“ nicht mitteilen.

"Nazi-Schlampe"


"Nazi-Schlampe": Die AfD-Spitzenpolitikern Alice Weidel sieht sich von der Satiresendung "extra 3" beleidigt.
"Nazi-Schlampe": Die AfD-Spitzenpolitikern Alice Weidel sieht sich von der Satiresendung "extra 3" beleidigt.Foto: AFP

Ehring hatte Weidel in der Sendung der vergangenen Woche als „Nazi-Schlampe“ bezeichnet. „Jawoll. Schluss mit der politischen Korrektheit, lasst uns alle unkorrekt sein. Da hat die Nazi-Schlampe doch recht“, sagte er in der Satiresendung. „War das unkorrekt genug? Ich hoffe!“ Damit bezog der NDR-Moderator sich auf eine Äußerung Weidels beim AfD-Parteitag in Köln: „Politische Korrektheit gehört auf den Müllhaufen der Geschichte“, hatte Weidel gesagt. „Wir gehen dagegen juristisch vor“, hatte AfD-Sprecher Lüth bereits am Sonntag getwittert. „Das wird teuer für diesen #GEZ- Primitivling.“

Etiketten-Porno


Im vergangenen Jahr hatte „extra 3“ bereits mit einem satirischen Song auf den türkische Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für Aufsehen gesorgt. Nach der Ausstrahlung von „Erdowie, Erdowo, Erdogan“ hatte der Politiker den deutschen Botschafter in der Türkei einbestellt. Daraufhin schrieb der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann die umstrittene „Schmähkritik“, die im „Neo Magazin Royale“ gesendet wurde. Erdogan forderte eine Strafverfolgung Böhmermanns wegen der Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches. Teile des Schmähgedichts wurden vom Landgericht Hamburg verboten. Täuscht der Eindruck, dass Ehring in die Böhmermann-Puschen geschlüpft ist? Die deutschen Kraftausdruck-Satiriker üben sich gerade im Etiketten-Porno - verklagt von Erdogan oder AfD oder von beiden. Das ist dann der ultimative Höhepunkt der satirischen Kunst. (mit epd)

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