Schönheit in der City : Pinke Pumps für Rosenheim

03.03.2012 00:00 Uhrvon
Foto: Doris Spiekermann-Klaas
Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Eine Arte-Dokumentation über Designerinnen aus Berlin.

Berlin eine Modestadt? „Zu schön, um wahr zu sein“, singt die Band gleich zu Beginn der Dokumentation, wenig später ist Designerin Leyla Piedayesh in ihrem Atelier zu sehen, sie bekommt eine Mail, Oscar-Preisträgerin Susan Sarandon habe gerade zwei Tücher ihrer Marke Lala Berlin in ihrem Laden gekauft. „Ist doch super“, kommentiert Piedayesh trocken und bespricht dann mit Mitarbeiterinnen die Farben für die Schuhkollektion. Neonpink will sie. „Das kannst du vielleicht in Berlin verkaufen, aber nicht in Rosenheim“, wird sie von der Kollegin gewarnt. „Dann müssen die Rosenheimer eben umdenken“, sagt Piedayesh.

So selbstbewusst darf sie längst sein.

Lala Berlin verkauft sich in 14 Ländern, macht jährlich 3,5 Millionen Euro Umsatz, heißt es in der Doku „Glamour für alle – Modestadt Berlin“. Arte zeigt darin Piedayesh , das in Neukölln arbeitende Designerinnen-Duo Annelie Augustin und Odély Teboul und Alexandra Fischer-Roehler und Alexandra Kühl von Kaviar Gauche bei den Vorbereitungen für die Berliner Fashion Week. Allerdings ist der Titel der Doku missverständlich, denn hier geht es nicht um Champagnerempfänge und die Promis in der ersten Reihe, sondern um die harte Arbeit hinter den Kulissen: Kleider müssen in letzter Minute umgenäht werden, erst in der Nacht vor der Schau werden die letzten Stickereien fertig und am Morgen fehlen noch immer Models. Und dann schwindet plötzlich das Selbstbewusstsein: „Der Applaus war gar nicht so groß wie sonst, jetzt bin ich ganz unsicher“, sagt Piedayesh nach der Schau.

Doch das, was Experten wie Melissa Drier, Berliner Korrespondentin von „Women’s Wear Daily“, und „Vogue“-Chefredakteurin Christiane Arp sagen, dürfte Piedayesh und ihre Kolleginnen beruhigen. Denn für Arp und Drier ist Berlin: eine Modestadt. Sonja Pohlmann

„Glamour für alle – Modestadt Berlin“, 22 Uhr, Arte

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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