Medien : Sex und Stalin

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IM RADIO

Tom Peuckert verrät, was

Sie nicht verpassen sollten

Über die wirklich wichtigen Dinge im Leben kann man gar nicht genug reden.

Nehmen wir zum Beispiel den Sex. Seit altersher hat uns die Kunst viel darüber zu erzählen, aber auch die Wissenschaft verfolgt das Phänomen mit wachsamer Neugier. Im Kulturradio sind beide Stimmen in schöner Eintracht präsent. „Das sterbende Tier“ heißt der neue Roman des Amerikaners Philip Roth. Erzählt wird die Geschichte eines Mittsechzigers aus New York, der sich in eine Affäre mit einer sehr viel jüngeren Studentin verstrickt. Was mit sexueller Begierde beginnt, wird ungeplant zu Liebe und endet in auswegloser Eifersucht. Ein reifer, wohlangesehener Mann stürzt in die Abgründe der eigenen Triebhaftigkeit. Wer Roths Roman noch nicht kennt, kann ihn sich jetzt vom Kulturradio vorlesen lassen (Radio Kultur, Montag bis Freitag, 8 Uhr 30, Wiederholung 19 Uhr 30, UKW 92,4 MHz).

Wie Kulturwissenschaftler über diese Dinge denken, hören wir in Judith Grümmers Feature „Zwischen sexueller Freiheit und Biotechnologie“. Sexualität ist immer auch ein Produkt gesellschaftlicher Diskurse. Unser Bild von der Sache kann sich im Lauf der Jahre radikal ändern. Eben noch schien Sexualität ein bürgerliches Zwangsverhältnis und damit wichtiges Terrain für politische Emanzipation. Doch mittlerweile sind eher Laborgenetiker für unsere drängenden sexuellen Fragen zuständig (Deutschlandfunk, 13. März, 20 Uhr 10, UKW 97,7 MHz).

Auch mit Josef Stalins Rolle in der Geschichte des 20. Jahrhunderts haben sich Kunst und Wissenschaft gleichermaßen beschäftigt. Vor genau einem halben Jahrhundert starb der Diktator. Eine ganze Nacht lang wird es im Deutschlandfunk um Menschen gehen, die ihre Jugend in Stalins Einflussbereich verbracht haben. Erinnerungen an einen Führerkult, wie ihn Heranwachsende im Osten erlebten. „Du Welt im Licht“ heißt die Sendung von Dietrich Möller, nach einem Huldigungsvers aus den 50er Jahren (8. März, ab 23 Uhr 05).

Stefan Amzolls Hörspiel „Putze Polina“ ist eine amüsante Fußnote zum Thema. Sechzig Jahre lang hat die alte Polina im Kreml sauber gemacht. Sie hat alle roten Zaren aus der Nähe gekannt. Stalin war ihr der Liebste. Weil er immer höflich grüßte und sogar einmal mit ihr getanzt hat. Eine Burleske mit Gesang, so nennt der Autor seinen fiktiven Rückblick (Deutschlandradio, 9. März, 18 Uhr 30, UKW 89,6 MHz).

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