Social Networks : Grüße nach Tiflis

Abchasien und Südossetien - die Hackerattacke auf Twitter hatte offenbar einen politischen Hintergrund.

Kurt Sagatz

Die bislang größte Hackerattacke auf ein Social Network hat möglicherweise einen politischen Hintergrund. Der Angriff, bei dem der Internet-Kurznachrichtendienst Twitter am Donnerstag mit einer Unzahl von Anfragen bombardiert und in die Knie gezwungen wurde, richtete sich offenbar gezielt gegen einen Twitter-Nutzer aus Georgien. Auch das Facebook-Konto dieses Nutzers war attackiert worden, fanden die Computer-Sicherheitsexperten von Sophos nach der Analyse des Angriffs heraus.

Angriffe wurden auch von anderen Internet-Seiten wie LiveJournal sowie Googles Blogger-Site und YouTube gemeldet. Allerdings kam es dort zu keinen Ausfällen. Inzwischen funktioniert auch Twitter wieder wie gewohnt, wobei der Angriff auf die Web-2.0-Seite seither das dominierende Diskussionsthema ist. Unter dem Stichwort #whentwitterwasdown teilen sich die Twitterer mit, was sie in der Zwischenzeit getan haben. „Als Twitter unten war, ging ich nach draußen und sah die richtige Welt wieder. Didn’t like it.“

Dass sich der Angriff gegen einen progeorgischen Twitterer gerichtet hat, wird inzwischen im Netz mit dem anhaltenden Konflikt zwischen Moskau und Tiflis um die abtrünnigen Regionen Südossetien und Abchasien in Verbindung gebracht. So stand offenbar eine Spam-Welle zu diesem Konflikt am Anfang der Attacke. Der Abruf der darin enthaltenen Twitter-Links soll dann zur Überforderung der Server geführt haben.

Für den Sophos-Berater Graham Cluley zeigt der Angriff, dass viele Web-2.0-Angebote offenbar zu schnell gewachsen sind und dabei ihre Sicherheit vernachlässigt haben. Im Juni wurden über 44 Millionen Twitter-Nutzer gezählt, das waren 15 Mal so viele wie ein Jahr zuvor. Kurt Sagatz

www.twitter.com

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