Soziale Netzwerke : Facebook: 10 000 Jeans zu verschenken

Rabatte und Sonderangebote – Facebook drängt mit neuen Diensten auf die mobilen Endgeräte. Wie die Kunden gelockt werden sollen.

von
Mark Zuckerberg
Mark ZuckerbergFoto: AFP

Es wird noch etwas dauern, bis Facebook-Mitglieder beim Gang über den Potsdamer Platz per Smartphone erfahren können, welche Schnäppchen die Händler in der Umgebung offerieren. Denn den Dienst „Deal“, den Facebook-Chef Mark Zuckerberg am Mittwochabend in San Francisco präsentiert hat, wird es zunächst nur in den USA geben. Das schmälert jedoch keineswegs die Bedeutung, die die Ankündigungen für Facebook und seine über 500 Millionen Nutzer haben, wie bereits eine kleine Auswahl aus den Angeboten der derzeit 20 Partner zeigt. So bieten die Handelsketten H&M und American Eagle Outfitters den Facebook-Nutzern 20 Prozent Rabatt, McDonald’s und Starbucks spenden für jeden Deals-Kunden einen Dollar für wohltätige Zwecke. Die ersten 10 000 Facebook-Nutzer, die sich bei der Modekette GAP eingecheckt haben, werden mit einer kostenlosen Jeans belohnt.

Bislang war die Präsenz von Facebook auf den Internet-Handys und Smartphones noch rudimentär, obwohl bereits 200 Millionen Facebook-Mitglieder das Netzwerk mobil nutzen. Über spezielle Apps für die iPhones von Apple, die Android-Smartphones oder die Symbian-Handys von Nokia werden sie darüber informiert, welche Statusmeldungen ihre Freunde gerade verschicken, welche neuen Nachrichten im Postfach warten oder mit welchen neuen Fotos man sich die Zeit vertreiben kann. Doch um mit den Bedürfnissen der Mitglieder Schritt zu halten, hat Zuckerberg nun sowohl neue Apps für die iPhones und Android-Smartphones angekündigt als auch einige andere Neuerungen für die mobile Facebook-Nutzung. Der neue Dienst „Deal“ ist eng verknüpft mit dem Standortdienst „Places“ der in Deutschland „Orte“ heißt. Damit man in „Deals“ auf neue Sonderangebote hingewiesen wird, muss der Facebook-Nutzer dazu in den Privatsphäreneinstellungen seine Einwilligung für „Places“ gegeben haben. Um den aktuellen Standort mit seinen Freunden zu teilen, ist es zudem nötig, sich am Aufenthaltsort „einzuchecken“. Ähnlich wie bei Google Street View hatte es dabei zumindest in Deutschland eine gewisse Zurückhaltung gegeben. Dennoch steht fest, dass „Deals“ auch nach Deutschland kommt. Es wird bereits mit interessierten Partnern gesprochen. Bloß einen Starttermin gibt es nicht.

Auf Partnerschaften setzt Facebook auch bei der neuen Funktion „Single Sign on“. Sobald man sich auf seinem Smartphone bei Facebook angemeldet hat, entfällt bei anderen Anwendungen, die ebenfalls die „Single Sign on“-Funktion einsetzen, die erneute Anmeldeprozedur. Um die mobile Facebook-Nutzung attraktiver zu machen, sollen künftig die Spiele von Publisher Zynga – wie zum Beispiel „Farmville“ – auf einem Smartphone zu spielen sein.

Ein eigenes Facebook-Phone wird es allerdings nicht geben. Entsprechende Gerüchte wurden von Mark Zuckerberg erneut dementiert. Kurt Sagatz

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