Medien : Sport-Senderechte: Fritz Pleitgen fordert Änderung des Rundfunkstaatsvertrags

hp/tel

Die ARD gibt im Kampf um die Rechte an der Fußball-WM 2006 in Deutschland nicht auf. ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen setzt nun auf die Politik. In einem Gespräch mit dem Handelsblatt tritt Pleitgen dafür ein, dass der Rundfunkstaatsvertrag verändert wird: Darin soll künftig festgeschrieben werden, dass alle Spiele einer WM im eigenen Land vom frei empfangbaren Fernsehen ohne Beschränkungen ausgestrahlt werden können.

"Sportliche Großereignisse dürfen nicht im Pay-TV verschwinden. Diese Ansicht haben ZDF-Intendant Dieter Stolte und ich immer vertreten", sagt Pleitgen. Mit einer Änderung des Rundfunkstaatsvertrages hätte dann zwar immer noch Kirch die Übertragungsrechte an der WM 2006. Er dürfte dann aber kein Spiel ausschließlich in seinem Pay-TV-Kanal Premiere World zeigen und müsste sich mit hauseigenen oder fremden Free-TV-Sendern einigen.

Pleitgen plädiert weiterhin dafür, die Fußballweltmeisterschaft in Deutschland nach dem Vorbild Großbritannien als "nationales Erbe" zu definieren und somit die Übertragung aller WM-Spiele per Gesetz im Free-TV zu sichern. Die Europäische Fernsehrichtlinie lasse den Mitgliedstaaten den dafür notwendigen Spielraum. Gegen die Regelung in Großbritannien klagt die Kirch-Gruppe derzeit vor dem Europäischen Gerichtshof. Pleitgen betonte, dass bei den EU-Gipfeln von Nizza und Amsterdam explizit die gesellschaftliche Rolle des Sports und der Medien unterstrichen worden sei.

Der ARD-Vorsitzende ist grundsätzlich bereit, weiter mit Kirch um die Übertragungsrechte der WM 2002, zu verhandeln, "aber ohne weitere Zugeständnisse von unserer Seite." Zuletzt hatten Pleitgen und ZDF-Intendant Dieter Stolte 225 Millionen Mark plus Mehrwertsteuer für 2002 angeboten. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen sei an seine Grenze gegangen, so Pleitgen. Für die WM 1998 in Frankreich hatten ARD und ZDF noch 11,6 Millionen Mark bezahlt.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben