Medien : "Sportgate": "Beckers Räuberpistolen"

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Neue Vorwürfe im Streit um das gescheiterte Internet-Portal "Sportgate". Nach den Aussagen von Hauptgesellschafter Boris Becker, die Schuld für das finanzielle Desaster des Portals trage der Vorstandsvorsitzende Helmut Thoma, konterte dieser in der Zeitschrift "Online Today": "Über mich zu sagen, ich sei als Vorstandsvorsitzender für die negative Entwicklung verantwortlich, ist ein Witz. Ich hätte, wenn denn Sportgate finanziell auf festem Boden gestanden hätte, diese Funktion übernehmen sollen."

Zur Erinnerung: Das Anfang April mit viel Vorschusslorbeeren gestartete "Sportgate"-Portal musste in der vergangenen Woche Insolvenz beantragen (der Tagesspiegel berichtete). Die Anteilseigner Boris Becker und Paulus Neef konnten sich nicht über die weitere Finanzierung einigen. Danach gab es Vorwürfe über die Presse, wer der Hauptverantwortliche für die Pleite sei. Angeblich hätten Becker und Neef noch jeweils drei Millionen Mark nachschießen sollen. Das Portal sollte mit Sportinformationen und Kontaktbörsen vor allem die 27 Millionen Freizeitsportler des Deutschen Sportbundes ansprechen.

Noch ist unklar, was aus "Sportgate" und den rund 20 Mitarbeitern wird. Für Thoma steht fest: "Ich bleibe dabei als ehrenamtlicher Vorstand, bis alle ihr Geld bekommen haben und ein Interessent gefunden ist, der Sportgate übernehmen möchte. Es gibt einige ernsthafte Absichtserklärungen, die ich noch nicht nennen möchte." Der Ex-RTL-Chef fühle sich für die Mitarbeiter verantwortlich: "Boris Becker kann einigen Prozessen entgegen sehen, in denen es um Geld geben wird, das er nicht zahlen will. Ich habe ihn seit acht Monaten nicht mehr gesehen, weil er mit seinen Räuberpistolen in London und Miami unterwegs war."

Auch für meome.de muss es weitergehen. Der Berliner Internet-Dienstleister betreut die Technik des Portals und hat an "Sportgate" "offene Forderungen in Höhe von einer Viertelmillion Mark". Sprecher Franz Brackel hofft auf Übernehmer: "Die Entwicklung stimmt mich traurig, weil wir an das Konzept geglaubt haben."

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