Medien : tagesschau.de nun zentrales Info-Portal

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"Ja nichts mehr verpassen" - mit diesem Anspruch hat ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen am Mittwoch nach der Hauptversammlung der ARD-Intendanten in Potsdam das neue Online-Angebot von tagesschau.de gestartet, das künftig als zentrale Anlaufstelle für alle Nachrichten- und Informationsangebote des Senderverbundes im Internet dient. Rund um die Uhr soll hier über jedes relevante Ereignis in der Welt schnell und zuverlässig informiert werden, so Pleitgen. Die beim NDR in Hamburg angesiedelte Gemeinschaftseinrichtung wurde dafür auf 20 Mitarbeiter aufgestockt. Jährlich stehen für das Internet-Engagement 15 Millionen Mark zur Verfügung, mit denen neben tagesschau.de auch ard.de und das-erste.de finanziert werden. Neu an tagesschau.de ist neben einer verbesserten Navigation - per Merkzettel können nun individuelle Nachrichtenmenüs erstellt werden - auch die Einbindung des Radioprogramms und des weitgestreckten ARD-Korrespondentennetzes. Zudem kann die Online-Redaktion auf Zulieferungen der einzelnen Landesrundfunkanstalten und der verschiedenen ARD-Studios unter anderem in der Hauptstadt setzen. Das Archiv enthält nun neben den einzelnen Beiträgen von Tagesschau und Tagesthemen auch Hörfunknachrichten. Dem E-Commerce erteilte Pleitgen dagegen eine Absage und sprach sich erneut dagegen aus, auf den ARD-Seiten Werbung zu platzieren. Die Online-Angebote von ARD und ZDF werden unter anderem vom Bundesverband der Zeitungsverleger heftig kritisiert, der das öffentlich-rechtliche Engagement als verfassungswidrig bezeichnete.

Die Fusionsbemühungen von SFB und ORB wollen die ARD-Intendanten konstruktiv begleiten, hieß es nach der ARD-Hauptversammlung. Dazu gehört, dass dem ORB nach der Fusion ein zinsloses Darlehen der ARD in Höhe von 25 Millionen Mark erlassen wird, kündigte Pleitgen an. Weitere Anreize für eine schnelle Fusion, beispielsweise durch finanzielle Zuwendungen an den SFB, schloss der ARD-Vorsitzende jedoch aus. Der Brandenburger Sender hatte diesen Kredit in den ersten beiden Jahren seines Bestehens als Aufbauhilfe erhalten, wie ORB-Intendant Hansjürgen Rosenbauer hinzufügte. Wenn dem Sender nun die Erstattung erlassen werde, könnten damit die mit einer Fusion verbundenen Mehrbelastungen ausgeglichen werden. Ziel bleibe aber ein Sender, der aus eigener Kraft leben könne. "Der gemeinsame Sender soll ein Anstalt sein, die weder nehmend noch gebend auftritt", so Rosenbauer. Die Referentenentwürfe für die Fusion sollen den Länderkabinetten noch Anfang Dezember vorgelegt werden.

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