Medien : Tiere und Terrier

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Tom Peuckert verrät,

was Sie nicht verpassen sollten

Früher wohnte ich neben einem Mann, der hielt sich eine Boa Constrictor als Haustier. Vorm Einschlafen malte ich mir öfter aus, wie die Bestie nachts durch das offene Fenster in mein Zimmer kriecht. Als sich eine Gelegenheit zum Umzug bot, zögerte ich nicht lange. Wer sich von seinen Urängsten ähnlich beherrschen lässt, kann jetzt zu Aufklärungszwecken Ulrich Klenners Feature „Das Krokodil in der Badewanne“ hören. Eine kleine Kulturgeschichte der Haustierhaltung. Mit starker Orientierung auf dramatische Phänomene. Klenner spricht mit Reptilienfreunden, die sich zu Hause ihren privaten Albtraumzoo gebastelt haben.

Ein Aktionskünstler kommt zu Wort, der im zärtlichen Konkubinat mit einem Pythonweibchen lebt. Eine Tierärztin erklärt, was zu tun ist, wenn die eigene Hand im Rachen einer Schlange feststeckt. Und wie fühlt sich eigentlich ein Krokodil in der Badewanne? (Deutschlandradio, 21. Januar, 0 Uhr 05, UKW 89,6 MHz).

Auch ein deutscher Fußballbundestrainer wurde bekanntlich gern mit Haustieren in Verbindung gebracht. Sie erinnern sich, Berti Vogts galt als „Terrier der Nation“. Rein statistisch betrachtet, ist Vogts der erfolgreichste deutsche Trainer gewesen, trotzdem haftet zäh das Image eines Losers an ihm. „Kaiser, Käthe, Terrier“ , heißt ein schönes Feature von Michael Lissek , das den deutschen Bundestrainern gewidmet ist. Deren Spitznamen betrachtet Lissek als Erzeugnisse eines kollektiven Unbewussten. Öffentliche Bilder, in denen Deutschand sich wiederzufinden meint: der Kaiser als weltmännischer Erfolgstyp, die Käthe als ewig freundlicher Kumpel, der Terrier als verbissener Malocher, der alle Fremden vom Gartenzaun vertreibt. Welche Rollen spielen die Medien bei der Erzeugnis solcher Images und wieviel – oder besser: wie wenig – Rationalität steckt hinter ihnen? (Kulturradio, 24. Januar, 9 Uhr 05, UKW 92,4 MHz)

Als wir alle noch ein bisschen revolutionär waren, wucherte um den Argentinier Ernesto Guevara eine dschungelhafte Politromantik. Nun spekuliert José Pablo Feinmann in seinem Hörspiel „Che“ über die letzten Stunden der Bürgerkriegsikone. Gefangengenommen von den Militärs und von Asthma geplagt, debattiert Che mit einem zufällig anwesenden Historiker über sein Leben und seine Mission (Deutschlandfunk, 17. Januar, 20 Uhr 05, UKW 97,7 MHz).

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