Medien : TV-Führer: Mehr Pflicht als Kür

sag

Was hinter den drei Buchstaben EPG steht, dürften selbst die erfahrenen Ifa-Besucher kaum wissen. Denn Electronic Program Guides, also elektronische Programmführer, werden eigentlich erst richtig interessant, wenn der Zuschauer auf digitales Fernsehen umsteigt und mit mehr als den rund 30 bisherigen Programmen zu tun oder eben zu kämpfen hat. Dies zeigt auch die vom Presse-Programm-Service (PPS) in Auftrag gegebene Studie, die jetzt auf der Ifa in Berlin vorgestellt wurde.

Zum Thema Online Spezial:
IFA 2001 - Technik, Tipps und Trends
IFA in Bildern
Der virtuelle Messerundgang Wie wichtig die Orientierung angesichts wachsender Programmvielfalt werden kann, belegt die Entwicklung in Großbritannien, wo digitales Fernsehen bereits jetzt weit verbreitet ist. Während in Deutschland Zusatzangebote wie die Teletext-Dienste zu Wetter, Nachrichten oder Börsenkursen am stärksten genutzt werden, sind die elektronischen Programmführer in Großbritannien die beliebtesten Services, die mit 73 Prozent Nutzung weit vor anderen Diensten wie Spielen, Shops oder E-Mail-Kommunikation liegen.

Die Studie von GoldMedia Consulting & Research hatte sich insbesondere mit Internet-Programmführern beschäftigt. Doch sogar im schnellen Online-Medium, wo selbst kurzfristige Programmänderungen unproblematisch berücksichtigt werden können, gelten die EPGs offenbar wegen der noch recht schwachen Verbreitung des Digitalfernsehens keineswegs als besonderes Aushängeschild. Die Internet-Portale betrachten die Programmführer gerade mal als obligatorisches Service-Element. Immerhin, die Online-Ausgaben von Tageszeitungen mit elektronischem TV-Führer sehen offenbar weiter: Diese Online-Angebote erkennen in den Online-EPGs ein echtes Nutzerbedürfnis.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben