TV-Komödie : Pop in Windeln

27.09.2012 00:00 Uhrvon
Double Feature. Eddy (Ken Duken) will Eloise (Julie Engelbrecht) erst heiraten und dann mit ihr die Charts stürmen. Foto: ZDF Foto: Hannes Hubach
Double Feature. Eddy (Ken Duken) will Eloise (Julie Engelbrecht) erst heiraten und dann mit ihr die Charts stürmen. Foto: ZDF - Foto: Hannes Hubach

Mit Udo Lindenberg, Howard Carpendale, Bushido - der ZDF-Film „Schief gewickelt“ ist eine geniale, mitunter etwas eitle Persiflage auf das Musikgeschäft.

Den nächsten Hit von Global Records soll ein blonder Engel singen, genauer: Eloise Engel (Julie Engelbrecht). Producer Eddy (Ken Duken) liebt diese attraktive Dame, aber vor allem den Erfolg, und stellt deshalb seinen Heiratsantrag direkt im Tonstudio, mittels einer aufklappbaren roten Rose. Damit ist über die Geschmackssicherheit in der Musikindustrie eigentlich alles gesagt. Sein Chef Möbius (Uwe Ochsenknecht in einer Paraderolle) nennt Eddys Hochzeitspläne „geniales Crossmarketing“. Leider haben Eddy und Global Records ein Problem. Ein „Shitstorm“ in Form von gefüllten Windeln, von Eddys Ex mit der Post verschickt, könnte die begleitende Hochzeits-PR zum neuen Vertrag mit Frau Engel empfindlich stören.

Krimi-Spezialist Lars Becker („Nachtschicht“) hat sich mal wieder an eine Komödie gewagt. Die Idee des „Windel-Terrorismus“ (Möbius) stammt aus dem Kriminalroman „Schief gewickelt“ von Regula Venske, deren schwarzer Humor sich in diesem Fernseh-Remix zu einer mal genialen, mal platten Persiflage auf das Musikbusiness verwandelt. Das Insiderwissen dürfte von Co-Autor Thomas Schwebel stammen, Ex-Gitarrist der Band „Fehlfarben“. Da wird zitiert, dass sich die Noten biegen, und die halbe Musikszene Deutschlands spielt mit – oder ihr wird zumindest mitgespielt: Udo Lindenberg stiftet einen Kugelschreiber, Howard Carpendale den Running Gag, und im Aquarium knabbert Bushido an der Schwanzflosse von Roberto Blanco. Thomas Gehringer

„Schief gewickelt“, ZDF, 20 Uhr 15

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Unser/e Leser/in blinder meint zum Artikel: Besuch im Reichstag bleibt umständlich:
Da von den aktuell 620 Abgeordneten bei den Sitzungen sowieso nur 20% anwesend sind, bleiben fast fünfhundert Sitze unbelegt. Hier könnte man doch die wartenden Besucher nach der obligatorischen Einlasskontrolle "zwischenparken".
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