TV-Show : Big Brother is back

Eine neue Staffel Big Brother beginnt. Zum achten Mal hofft RTL2 auf das Interesse für zwölf Menschen, die eingepfercht auf engem Raum einen Gefühlsstriptease hinlegen. Sechs Monate lang.

Marie Preuss
Big Brother
Show, die die Welt braucht? Big Brother, die achte. -Foto: ddp

BerlinJürgen ist wieder da. Jürgen Milski, ehemaliger Feinblechner bei Ford und Bewohner des ersten Big Brother Containerhauses. Heute ist er der Mann vor den Mauern, als Co-Moderator bringt er die neuen Bewohner in ihren Kerker. Mit angeschwollenen Adern und sonnengebräunter Haut verkündet er in der Lautstärke eines Boxkommentators: "Die Stimmung ist gigantisch, Big Brother ist einfach Kult!"

Im Jahr 2000 zog Jürgen gemeinsam mit seinem späteren Freund Zlatko ("Isch krieg Plack") ein und begeisterte die Fans der damaligen Reality-Trash-Show. Heute soll sich, glaubt man der Produktionsfirma, einiges verändert haben. Das Format läuft nun unter dem Label "Doku-Soap". Die neuen Kandidaten sollen schlauer sein als die bisherigen Hausbewohner, Geschäftsführer Borris Brandt attestierte ihnen einen hohen Bildungsgrad. Aber keine Sorge - "natürlich haben wir auch Damen, die mangels Partner mit der Stange tanzen."

Eine von ihnen ist offensichtlich Isi, 26, Table-Tänzerin mit Abitur. Sie kann sich vorstellen, im Haus Sex zu haben. Das wäre geklärt. Isi trifft auf Adrian, Bayer,  Eintracht Frankfurt-Fan mit Putzfimmel, Tattoos als Lebensinhalt und in einer Beziehung. Adrian will treu bleiben, selbst wenn ein "Hammergeschoss" in die Bude kommt. Beim Auftritt von Isi fällt Adrian ein: "Das Schlafzimmer hab ich noch nicht angeguckt". Isi: "Das können wir doch perfekt jetzt mal machen". So hatte sich Jürgen das vorgestellt. Der steht vor dem Container zwischen kreischenden Fans (wo kommen die bloß alle her?), Familien und Freunden der neuen Hausbewohner und unkt: "Wir gucken schon mal schnell, ob schon was geht."

Arm und Reich auf engstem Raum

Aber zunächst geht nichts. Die übliche Big Brother-Langeweile: Gespräche darüber, ob man sich an das Mikrofon gewöhnt. "Ratzi Fatzi" meint dazu der männlich komplett-tätowierte Adrian. Neuerung in der achten Staffel: Die Bewohner werden in zwei Bereiche aufgeteilt: schwarzer Marmor im Bad, Sauna, Pool und rote Seidenbettwäsche auf der einen Seite, ein verdrecktes Stehklo auf der anderen. Die Reichen sollen sich um das Wohlergehen der Armen kümmern. Erfüllen sie ihre Aufgaben nicht, sollen die Mittellosen darunter zu leiden haben.

In verschiedenen "Matches" werden sich die Bewohner nun beweisen. Sie werden Dreck beseitigen, von Zuschauern begutachtet, bewertet und für gut oder schlecht befunden und am Ende wird einer von ihnen 250.000 Euro bekommen.

Sie tun das freiwillig, sie haben keine Angst, die nächsten Monate mit den anderen auf engstem Raum zusammen zu leben und zu leiden. Adrians einziger negativer Kommentar der ersten Stunde: "Boah. Lachs und Kaviar, pfui Deibel." Bemerkenswert.

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