Twitter-Empfehlung : Frauen in Drehbüchern: Der Jane-Effekt

Schön, erotisch, und selten viel am Leib: Die erste Beschreibung weiblicher Filmcharaktere in Drehbüchern ist - Überraschung - ziemlich sexistisch.

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Scarlett Johanson in einer Szene ihres aktuellen Berlinalefilm "Hail, Caesar!"
Auch sie wird fast immer sexy inszeniert: Scarlett Johanson in einer Szene ihres aktuellen Berlinalefilm "Hail, Caesar!"Foto: Universal Pictures/Berlinale/dpa

"28, athletisch, aber sexy - eine natürliche Schönheit. Meistens trägt sie Jeans, und an ihr sehen sie großartig aus": Die Beschreibung von Frauen in Drehbüchern ist das, was man gemeinhin #SexistischeKackscheiße nennt. Die hat jetzt einen eigenen Twitteraccount: femscriptintros.

Der Account gehört Ross Putman, Filmemacher aus Los Angeles. Putman dokumentiert mit jedem Tweet den ersten Auftritt weiblicher Charaktere in Drehbüchern, genauer: die von Frauen. Charakter ginge zu weit. Und auch zu tief.

Putman nennt sie allesamt Jane, sie ist die Frau ohne Charakter. Den ersten Tweet sendete Putman am Mittwoch (10. Februar), zwei Tage später zählt er fast 50.000 Follower. Im feministischen Blog Jezbel erzählt Putman: “Frauen werden beinahe immer, zuerst und vor allem, beschrieben auf Basis ihrer körperlichen Attraktivität.”

Dem zugrunde liege die Vorstellung, dass Frauen nur dann wertvoll seien, wenn sie schön sind, sagt Putman. Das ist nicht neu, aber eben auch seit Jahrzehnten beinahe unveränderte Realität im Film wie in allen anderen Medien auch. In den visuellen ist es freilich offensichtlicher.

Dass sie alle Jane heißen, dient nicht nur der Verschleierung der Quelle. Die Standardisierung des Namens der Protagonistinnen spiegelt die strukturelle Problematik der Darstellung von Weiblichkeit im Film wider. Die Frau ist Objekt, der männliche Blick ist das, was sie ausmacht.

Uneingeschränkte Folgeempfehlung: @femscriptintros

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