Medien : Tyrannen, Marionetten und Heilige Väter

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Eine lange Geschichte des Papsttums wird heute von 15 Uhr bis 20 Uhr auf Phoenix erzählt. Sechs Teile hat die Dokumentation „Du bist der Fels – Die Geschichte der Päpste“ , die mit dem Apostel Petrus beginnt. Seine Nachfolger waren gefürchtete Tyrannen, Marionetten königlicher Macht und geliebte Heilige Väter. Ihre Geschichte ist auch die Geschichte Europas, denn politische und kirchliche Macht waren über Jahrhunderte eng miteinander verwoben. In fünf Stunden lernt man viel – dass die Päpste im zwölften Jahrhundert vor allem Juristen waren, dass auf Mosaiken in Kirchen der Spätantike die Apostel wie Senatoren gekleidet waren und die Presseabteilung des Vatikans heute größtenteils unter der Kontrolle der konservativen Laienorganisation Opus Dei stehen soll. Bahnbrechend neu ist das aber nicht.

In der sechsten Folge über das 20. Jahrhundert trauen sich die Autoren, mehr Kritik zu üben als in den vorherigen fünf: an der Haltung des Vatikans in der Verhütungsfrage , daran, dass die Päpste den lateinamerikanischen Befreiungstheologen die Unterstützung versagten und aus Angst vor dem Kommunismus die faschistischen Regime billigten. Keinem Papst wird so viel Zeit eingeräumt wie Johannes Paul II. Mit der Ernennung Papst Benedikts XVI. endet die walisisch-irische Produktion. Geballte fünf Stunden Dokumentation können anstrengend werden: die sphärischen Harfenklänge, die unzähligen Bilder, in denen Licht durch ein Kirchenfenster fällt. Mit nachgespielten Szenen geht „Du bist der Fels“ zum Glück sparsam um. Warum immer wieder Flüsse gezeigt werden, bleibt rätselhaft. Felsen wären doch passender gewesen.dos

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