Umbaupläne : Offener Brief an DuMont

Um zu sparen, will der Kölner Verlag M. Du Mont Schauberg Ressorts seiner beiden Blätter "Berliner Zeitung" und "Frankfurter Rundschau" fusionieren. Dagegen potestiert jetzt die Redaktion der "Berliner Zeitung", sie fürchtet eine schlechtere Qualität.

Markus Ehrenberg

Es war sehr unruhig am Montagvormittag am Sitz der „Berliner Zeitung“ an der Karl-Liebknecht-Straße. Der Redaktionsausschuss formulierte nach einer Versammlung einen Offenen Brief gegen den Beschluss des Neu-Eigentümers, des Kölner Verlags M. DuMont Schauberg (MDS), beim Berliner Blatt das Ressort Wissenschaft zu streichen und die Seiten künftig von der „Frankfurter Rundschau“ (FR) produzieren zu lassen (der Tagesspiegel berichtete). Auch die „FR“ ist ein DuMont-Titel. Die Wissenschafts-Redakteure in der Hauptstadt sollen intern eine andere Aufgabe bekommen, die Ressortleiterin soll als leitende Redakteurin weiterbeschäftigt werden. Im Gegenzug soll die „Berliner Zeitung“ für andere DuMont-Titel die Politik- und Medienberichterstattung weitestgehend übernehmen. Im Offenen Brief heißt es nun, man könne nicht zusehen, „wie ohne Not bewährte Strukturen dieser Zeitung preisgegeben und Arbeitsplätze hier wie auch in anderen Verlagstiteln gezielt überflüssig gemacht werden“. Eine „Berliner Zeitung“ ohne eigenes, in die Redaktion integriertes Bundesbüro, ohne komplettes Wirtschaftsressort und eigenen Wissenschaftsteil sei undenkbar. Die Folge wäre keine Qualitätsverbesserung, sondern eine Verschlechterung zulasten der Titel und der Leser. Eine Stellungnahme von MDS dazu war bis Redaktionsschluss am Montag nicht zu erhalten. meh

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