Unruhe bei der "Berliner Zeitung" : Feuilleton ohne Redakteure?

Kahlschlag in der Kultur-Redaktion: Die „Berliner Zeitung“ verliert renommierte Mitarbeiter. Neuer Kulturchef wird Harry Nutt.

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Im Umbruch: "Berliner Zeitung"
Im Umbruch: "Berliner Zeitung"Foto: picture alliance / dpa

Gute Nachricht für die Redakteure von „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“: Sie arbeiten seit Anfang dieser Woche alle wieder an einem Ort. Der Umzug vom alten Standort am Alexanderplatz in die Alte Jakobstraße, der sich über Monate hinzog, ist weitgehend abgeschlossen. Die „Berlin Newsroom GmbH“ ist mit einer gemeinsamen Redaktion für beide Titel zuständig. Die schlechte Nachricht: Der Eigentümer DuMont vergrault mit seinem Sparkurs offenbar Kultur-Schwergewichte. Laut „taz“-Bericht haben Autor und Pop-Redakteur Jens Balzer, Filmredakteurin Anke Westphal, Literaturredakteurin Sabine Vogel und Carmen Böker (Seite Drei) die „Berliner Zeitung“ verlassen, sie wechseln nicht zur neuen Redaktionsgemeinschaft mit dem „Berliner Kurier“. DuMont sieht den Schwerpunkt künftig im Lokalen.

Eine Bestätigung des Verlages dazu blieb am Freitag aus. Auch zur Frage, was aus der Kulturredaktion, respektive dem Feuilleton, der „Berliner Zeitung“ werde. Der Newsroom sei in seiner Struktur annähernd komplett, sicherlich seien noch nicht alle Mitarbeiter an Bord, sagt Björn Schmidt, Sprecher des Dumont-Verlages. Einen Umzug habe es ja nicht gegeben, man habe neu aufgebaut. Und: „Zu Personalfragen nehmen wir derzeit keine Stellung.“ Laut Kress soll Harry Nutt Ressortleiter Feuilleton werden.

Die Kölner DuMont Mediengruppe hatte im Oktober bekannt gegeben, dass „Berliner Zeitung“ und „Berliner Kurier“ nur durch eine komplette Neuausrichtung zu retten seien. Die Redaktionen würden um 50 Mitarbeiter auf 140 geschrumpft. Die 30 Mitarbeiter der Hauptstadt- und die Onlineredaktion sollen von der neuen Gesellschaft übernommen werden. Übrige Mitarbeiter mussten sich neu bewerben. Das haben die genannten Kulturredakteure, die das Feuilleton der „Berliner Zeitung“ in den vergangenen Jahren maßgeblich geprägt haben, offenbar nicht mitgemacht, teils auch mit Abfindungen.

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