Medien : Urhebervertragsrecht: Kurz vor Toresschluss

jbh

Die angestrebte Reform des Urhebervertragsrechtes lässt die deutsche Fernsehwirtschaft in ihren Grundfesten erzittern. Sollte der Entwurf im Frühjahr 2002 Gesetzeskraft erlangen, "droht die Vernichtung der Produktionslandschaft", prophezeite Kirch-Manager Jan Mojto am Donnerstagabend. Was die Branche empört, sind laut Jürgen Doetz, Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), die Forderungen nach "angemessener Vergütung der Urheber und die Rückwirkung auf 20 Jahre". Da erwartet er eine "enorme Bürokratisierung und Regulierungswut" und eine "Vielzahl von Streitfällen". Eine Folge könnte der Rückgang fiktionaler Produktionen oder deren Verlagerung ins Ausland sein. Die Zeit drängt. Die Vertreter der Fernsehwirtschaft kündigten nun eine Reihe von Gutachten an. Dann folgt die Anhörung vor den Ausschüssen des Parlaments. Sollten die Einwände verpuffen, werde es zu "einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit" kommen. Etwa mit Fernsehspots und dem Hinweis, dass die Zuschauer kein Qualitätsfernsehen mehr zu sehen bekämen, weil Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin das Urhebervertragsrecht reformiert hätte. Notfalls würden die Privatsender bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen, kündigte Doetz an.

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