US-Talker : Morgan wird King

CNN findet Nachfolger für legendären Talker Larry King. Piers Morgan ist bislang aber mehr als Juror der Show "America's Got Talent" im US-Fernsehen aufgefallen. Das wirkt so, als würde Dieter Bohlen den "Beckmann"-Talk übernehmen.

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Wechsel. Piers Morgan (links) wird Larry King als CNN-Talker ablösen.
Wechsel. Piers Morgan (links) wird Larry King als CNN-Talker ablösen.Foto: dpa

Die Personalie überrascht. Piers Morgan wird die Nachfolgesendung der „Larry King Show“ beim US-Sender CNN moderieren. Nun ist nicht alles, was hinkt, ein Vergleich, trotzdem wirkt die Nachfolgereglung so, als würde Dieter Bohlen vom „Super-Juror“- ins „Beckmann“-Fach wechseln. Amerikanische Fernsehzuschauer kennen den 45-jährigen Engländer Piers Morgan vor allem als Juror in der Castingshow „America’s Got Talent“, vergleichbar mit der Bohlen-Revue „Das Supertalent“. Morgan wird der NBC-Talentshow treu bleiben, obwohl er für CNN an jedem Werktag um 21 Uhr antritt. Seine neue „Interview-Show“, wie der Sender das Format nennt, hat noch keinen Namen, gestartet wird im kommenden Januar. Larry King wird da schon aufgehört haben, am 16. Dezember ist für den 76-Jährigen nach mehr als einem Vierteljahrhundert „Fragen und Antworten“ und sinkenden Quoten Schluss. „Larry King Live“ ist weltweit das bekannteste Talkformat, CNN traut dem Nachfolger ähnliches zu, jedenfalls soll die Morgan-Sendung über CNN-International in mehr als 200 Ländern ausgestrahlt werden.

Piers Morgan war nach seiner offiziellen Ernennung gleich bereit, gegenüber Larry King den Diener zu machen. „Ich habe mir ,Larry King Live’ fast die ganzen 25 Jahre angeschaut und davon geträumt, eines Tages die legendären Hosenträger dieses Mannes auszufüllen, den ich für den größten TV-Interviewer aller Zeiten halte“, sagte Morgan in einer Mitteilung.

Der Engländer Morgan kommt zum Talk nicht wie die Jungfrau zum Kind. Für den britischen Privatsender ITV moderiert er die interview-basierte Sendung „Life Stories“, ähnlich wie King hat er dort Prominente aus Politik (Premier Gordon Brown), Wirtschaft (Airline-Unternehmer Richard Branson) und Showbiz („Spice Girl“ Gari Halliwell) zu Gast. Auch diese Show will Morgan weitermachen. Vor seiner TV-Karriere hat Piers Morgan, der, wo immer er engagiert ist, mit überbordendem Selbstbewusstsein agiert, im Print-Sektor gearbeitet, er war Chefredakteur der britischen Tabloids „Daily Mirror“ und „News of the World“, beide Jobs übte er nicht sehr lange aus. Aber da wartete schon das Fernsehen.

Seine künftige Einladungspolitik wird der von Larry King gleichen, also harte News-Talks mit Präsident Barack Obama und Soft-Flüstereien mit der Schauspielerin Lindsay Lohan. Jonathan Klein, Chef von USA-CNN, gab die (erwartbare) Losung aus, bei Morgan würde der Mensch hinter den Schlagzeilen sichtbar. Er pries dessen dynamischen, bohrenden Interview-Stil. In einer britischen Zeitung wurde Morgans Manier mit der eines „lächelnden Attentäters in einem typischen James-Bond-Film“ verglichen. An Kontroversen soll es beim Larry-King-Nachfolger nicht fehlen.

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