Medien : Verliebt und vernebelt

Ulf Schubert

Linda (Suzanne von Borsody) und Paul (Guntbert Warns) sind zwanzig Jahre verheiratet. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Deshalb heißt der Film „Der zweite Blick“. Die Kinder sind aus dem Haus. Linda freut sich auf die gemeinsame Zukunft. Sie ist immer noch verliebt in ihren Mann Paul. Der aber sehnt sich nach einer anderen Frau – seiner ersten großen Liebe. Anna. Der Film von Ariane Zeller will die Nachdenklichkeit, die Sehnsüchte zeigen und beschäftigt sich mit den Fragen: „War das alles in meinem Leben?“, „Was wäre in meinem Leben anders verlaufen, wenn ich damals eine andere Entscheidung getroffen hätte?“ Schwere Fragen. Deshalb sind die Menschen in diesem Film ernst. Genauso die Musik. Der Himmel ist voller Nebel. Paul muss als Journalist für eine Reportage auf die Nordseeinsel. Dabei wollte seine Frau mit ihm in den Süden. Gut, Nordsee, warum nicht. Gemeinsam reisen sie los. Paul interessiert sich nicht für seine Frau. Ständig denkt er an seine Jugendliebe. Hier auf der Insel haben sich Paul und Anna zum ersten Mal geküsst. Er will sie wiedersehen. „Bist du gekommen, um nach 22 Jahren Eintritt zu meinen Gemächern zu finden?“, fragt sie. Auch sie hat diese erste Liebe nie vergessen. Sie ist verbittert, enttäuscht vom Leben. Nebel zieht auf. Die Ebbe zieht das Wasser ab. Linda kann das Desinteresse ihres Mannes nicht ertragen. Sie will Paul und die Insel verlassen. Als sie einsam am Hafen auf das Schiff wartet, trifft sie den Ehemann von Anna. Er nimmt sie mit in sein Haus, macht ihr Komplimente. Linda findet Trost und wieder Mut. Dann kommt der Nebel und alles ganz anders.

„Der zweite Blick“, Mittwoch, ARD, 20 Uhr 15

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