Medien : „Wagners Post an Michael Schiavo“

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Herr Klein, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien besonders geärgert?

Über den Wettlauf mit dem Tod des Papstes. Die Medien haben gewonnen, waren eindeutig schneller! Als ich ein junger FernsehJournalist war, galt die Regel: In den ersten drei Tagen nach dem Tod nur Fotos, keine „Zappelbilder“ vom Verstorbenen. Das mag übertrieben gewesen sein, aber jetzt laufen die Nachrufe vor dem Ableben. Für mich: pervers!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Da kann ich nur ironisch antworten: über die „Post von Wagner“ an Michael Schiavo, den „Noch-Ehemann der Wachkoma-Patientin Terri“. Der „Bild“-Leser hat lernen dürfen, dass man seinem Ehepartner, seinen Freunden nicht vertrauen kann, sondern nur den Blutsbanden: „Meine Tochter würde mich nie verhungern oder verdursten lassen.“ Schade, dass ich keine Tochter habe...

Wolfgang Klein ist Redaktionsleiter der Talkshow „Sabine Christiansen“.

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