Medien : „Wahnsinnig kultiviert“

Das hat sie davon: Barbara Schöneberger wollte unbedingt die Moderation der „NDR Talk Show“

Simone Schellhammer

„Ich habe paradiesische Zeiten vor mir“, sagt Hubertus Meyer-Burckhardt, der ab dem 18. Januar 2008 wieder die einst legendäre „NDR Talk Show“ moderieren wird – zusammen mit Barbara Schöneberger. Die ist ebenfalls euphorisiert und findet „die Vorstellung, dass er dorthin zurückkehrt, fast noch schöner als die Tatsache, dass ich dort anfange“. Meyer-Burckhardt, der heute als erfolgreicher Produzent arbeitet, hatte von 1994 bis 2001 die Sendung zusammen mit Alida Gundlach moderiert. „Ich mag temperamentvolle Frauen“, sagt er, „und Barbara hat ein enormes Talent als Entertainerin, das wir ideal für die Sendung nutzen können.“ Für ihn, der ein großer Rolling-Stones-Fan ist, könnte die Schlagzeile gelten: Ein Comeback, er war nie weg. Man werde sicher die Talkshow nicht neu erfinden, aber einfach eine gute Sendung machen mit „zwei starken Persönlichkeiten“.

Für Barbara Schöneberger geht mit diesem Engagement ein Traum in Erfüllung: Endlich wieder eine feste Sendung, „ein Zuhause haben“, wie sie sagt. „Ich habe auf die Frage, was ich gerne mal moderieren möchte, oft geantwortet: Die NDR Talk Show!“ Unvorsichtigerweise habe sie vor drei Jahren sogar dem Unterhaltungschef des NDR in einem ICE-Bistro auf einer Serviette schriftlich versichert, dass sie notfalls auch umsonst moderieren würde. Die Serviette existiert wohl noch, aber eine angemessene Entlohnung wird sie trotzdem bekommen.

In der letzten Zeit war sie eher als Gast durch Comedy- und Rateshows getingelt, schauspielerte, moderierte Galas. Im September startete sie mit ihrer charmanten CD „Jetzt singt sie auch noch!“ eine erfolgreiche Kurztournee, die sie im April und Mai 2008 „um die NDR Talk Show herum“ fortführen wird.

Den Rummel um die Trennung von ihrem Verlobten versucht sie professionell durchzustehen: „Für mich, als jemand, der in der Öffentlichkeit steht, kann ich da jede Verantwortung übernehmen. Ich finde nur nicht gut, dass er jetzt durch die Klatschpresse gezogen wird.“ Ihren Weg vom Kult („Blondes Gift“) zum Kommerz (Gastauftritte und Comedy) sieht sie ganz pragmatisch: „Wenn du Lust auf richtige Arbeit und richtiges Geld hast, dann musst du dich ein Stück weit kommerzialisieren“, sagt sie.

Irgendwann habe sie allerdings gemerkt, dass das auch Grenzen habe. So verwirklicht sie jetzt ihre Ambitionen mit ihrer Bühnenshow und dem Talk beim NDR, den sie „wahnsinnig kultiviert“ findet. „Bei uns wird es keine Gespräche über Intim-Piercing geben und es wird niemand fertiggemacht.“ Die Zeiten, in denen die Sängerin Eartha Kitt dem Showmaster Rudi Carrell in die Nase biss oder Schauspieler Klaus Löwitsch beim Anblick seiner Ex-Freundin Barbara Valentin aus dem Studio flüchtete, sind sowieso längst vorbei.

Auch Barbara Schöneberger hat mehrmalige Erfahrung als Gast der „NDR Talk Show“. Ihr erster Besuch stammt aus dem Jahr 1999, bei dem sich am Ende Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der ebenfalls geladen war, noch einmal nach ihrem Namen erkundigte und meinte, den müsse man sich fortan merken. Dass jemand bei der mittlerweile 28 Jahre alten Sendung erst als Gast und später als Gastgeber auftrat, ist nicht ungewöhnlich: Dagmar Berghoff, Michael Jürgs und Hellmuth Karasek ging es ebenso.

Das Duo Schöneberger/Meyer-Burckhardt wirkt bereits jetzt spannender als das Vorgängerteam Julia Westlake und Jörg Pilawa, zwischen denen es keine rechte Reibungsfläche gab. Der Marathon-Moderator Pilawa wirkte zudem oft etwas gelangweilt. Konsequenterweise hatte er Anfang September mit Blick auf seine neuen NDR- Sendungen im Ersten darum gebeten, von dem Job entbunden zu werden. Simone Schellhammer

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