Medien : "Wehe, wenn sie rausgelassen": Auf der Spur der Kinderschänder

M.B.

"Vom Umgang mit Kinderschändern" untertitelt Autorin Ulrike Grunewald ihren Bericht "Wehe, wenn sie rausgelassen" (ZDF, 22 Uhr 15). Nicht die Hysterie meint sie, die jede Streicheleinheit unter Schuld stellt. Eine Hysterie, die die natürliche Zärtlichkeit zwischen Erwachsenem und Kind zu unterbinden droht. Schuld haben die wenigen Straftäter, die der Fernsehfilm porträtiert: Frank Schmökel oder Ronny Rieken etwa. Triebtäter und Serienmörder. Warum werden sie immer wieder auf die Gesellschaft losgelassen, warum passieren immer wieder Kindermorde, die sich nachträglich als Pannen des Strafvollzugs erweisen? Als "Bruchbude" bezeichnet etwa ein Experte im Film die Brandenburger Haftanstalt, aus der Schmökel entkam. Einer der Gründe für die Panne: Triebtäter existierten offiziell nicht in der DDR. Einen erheblichen Mangel in der Ausbildung an Psychologen und Gutachtern ortet die Autorin. Hinzu kommt der Mangel an geeignetem Strafvollzug. Der "Kinderschänder" ist geächtet und niemand möchte ihn in seiner Nähe wissen.

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