Medien : Wie sicher ist Televoting?

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Der Vorwurf hatte gesessen: Eine Hackergruppe namens „Illuminatix Crew“ soll mit einem so genannten „Wardialer“ RTL„Superstar“-Kandidatin Gracia aus dem Rennen geworfen haben. Vom Sender sowie von der Telekom, die für RTL das Televoting durchführt, folgte das Dementi postwendend. Doch haben es sich die Verantwortlichen damit nicht etwas zu leicht gemacht, fragen sich die Zuschauer. Sicher ist, dass Computerprogramme, die automatisch große Rufnummernbereiche nach Schwachstellen durchsuchen, keineswegs der Fantasie entspringen. Im Internet sind genügend Bastelanleitungen für „Wardialer“ zu finden.

Anders als im Hollywood-Klassiker „War Games“, in dem der Computer Stunden benötigte, um einige hundert Anschlüsse auszuforschen, sind heutige Systeme offensichtlich erheblich leistungsfähiger. So hat die kalifornische Computersicherheitsfirma Network Security Associates mit einem solchen Anrufautomaten Millionen Telefonanschlüsse nach unsicheren Modem- Verbindungen geforstet. Mit beachtlichem Erfolg, denn sie erhielt dabei Zugriff auf diverse Firmennetze und Sicherheitseinrichtungen.

Allerdings, und das spricht für die Argumentation von RTL und Telekom, ist der Aufwand für solche Manipulationen nicht zu unterschätzen. Zum einen muss die Rufnummernidentifizierung unterdrückt werden. Dies wäre noch das geringere Problem, da beim Übergang von analogen zu digitalen Telefonsystemen ohnehin viele Informationen verloren gehen. Erheblich bedeutsamer bleibt allerdings die Frage, wie die vermeintliche Hackergruppe das Gebührenproblem gelöst haben soll. Denn bei mindestens 49 Cent je Anruf zu der 0137-Nummer (Handy kostet mehr) kämen schnell ein paar tausend Euro zusammen. sag

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