ZDF-Fernsehrat : Wenn der Rundfunk zu viel kostet

ZDF-Intendant Thomas Bellut glaubt an Beitragssenkung. Der Mainzer Sender rechnet für 2014 mit Erträgen von insgesamt 2,06 Milliarden Euro.

Thomas Bellut.
Thomas Bellut.Foto: ZDF

ZDF-Intendant Thomas Bellut hält angesichts erwarteter Mehreinnahmen aus dem Rundfunkbeitrag eine Senkung der Abgabe für möglich. „Die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einer Gebührensenkung kommt, ist relativ hoch“, sagte Bellut am Freitag nach einer Sitzung des ZDF-Fernsehrats in Mainz. Er betonte, es sei Sache der Gebührenkommission KEF, nach Vorlage genauer Zahlen über die Verwendung von Mehrerträgen zu entscheiden. Bellut rechnet für kommenden Mittwoch mit Zahlen der KEF und für März mit Klarheit über Mehrerträge. Mehrere Ministerpräsidenten hatten sich für eine Senkung der 17,98 Euro Monatsbeitrag um bis zu einen Euro ausgesprochen.

Indes hat der ZDF-Fernsehrat den Haushaltsplan 2014 genehmigt. „Das ZDF hält an seinem eingeschlagenen Sparkurs konsequent fest. Nur so kann eine solide wirtschaftliche Basis auch für kommende Jahre sichergestellt werden“, sagte Bellut. Der Sender rechnet für das kommende Jahr mit Erträgen von insgesamt 2,06 Milliarden Euro, davon 1,76 Milliarden Euro aus dem Rundfunkbeitrag. Daneben werden zunehmende Umsätze aus Werbung und Sponsoring erwartet. Im Investitionshaushalt wird mit einem Überschuss von 77 Millionen Euro gerechnet. Aufgrund steigender Kosten rechnet der Sender allerdings mit einem negativen Gesamtergebnis von 17 Millionen Euro, das mit Rücklagen aus Überschüssen gedeckt ist. Mehrkosten für den Quotenbringer Champions League wolle man intern ausgleichen.

„Die ZDF-Programmfamilie ist so erfolgreich wie zuletzt Mitte der 90er Jahre“, sagte Bellut. Die Digitalstrategie trage Früchte. „ZDFneo und ZDFinfo haben mehr junge Zuschauer dazugewonnen, als das Hauptprogramm in den letzten zwölf Jahren verloren hat.“ Ziel sei es, die Attraktivität dieses Angebots für alle Altersgruppen kontinuierlich zu steigern – im Hauptprogramm, auf den Digitalkanälen und online. meh

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