Medien : ZDF-Wetter gegen ARD-Wickert

Die „Tagesthemen“ werden auf 22 Uhr 15 Uhr vorverlegt - aber (noch) nicht am Freitag

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Nun ist es amtlich: Die „Tagesthemen“ werden ab März von 22 Uhr 30 Uhr auf 22 Uhr 15 Uhr vorverlegt. Das bestätigte ARDProgrammdirektor Günter Struve nach der Arbeitstagung der ARD-Intendanten am Dienstag in München. Dadurch könnten auch mehr Zuschauer erreicht werden. Außerdem solle der Freitagabend reformiert werden, so Struve. Genaueres solle auf einer Programmklausur Ende Februar geklärt werden. Der „Bericht aus Berlin“ werde von Freitagabend auf Sonntag um 18 Uhr 30 Uhr verlegt, dafür die „Sportschau“ halbiert, das „Sportschau-Telegramm“ entfalle komplett. Die „Lindenstraße“ verschiebt sich um zehn Minuten auf 18 Uhr 50.

Schon seit einigen Tagen stehen diese Änderungen in der Diskussion (der Tagesspiegel berichtete). Unter anderem auch deswegen, weil durch die Vorverlegung der „Tagesthemen“ andere Sendungen betroffen sind. Die 30 Minuten „Harald Schmidt“ zum Beispiel werden dann statt um 23 Uhr um 22 Uhr 45 starten und vielleicht auch nicht mehr länger nur mittwochs und donnerstags, sondern zusätzlich auch noch dienstags, dann vor dem quotenschwachen Talk „Menschen am Maischberger“.

Sicher ist: Anne Will und Ulrich Wickert begrüßen künftig zu den „Tagesthemen“, wenn im „heute journal“ noch das Wetter läuft. Man darf gespannt sein, ob ZDF-Chef Markus Schächter und der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber bei ihrem für Dienstagabend angekündigten Gespräch zum Thema Kampfprogrammierung Gemeinsamkeiten entdecken. Am Freitag war bekannt geworden, dass das ZDF das „heute journal“ freitags von April an um 21 Uhr 45 Uhr bringen will. Mit einer Vorverlegung der „Tagesthemen“ auch am Freitag würde die ARD-Nachrichtensendung parallel ausgestrahlt werden. Struve zeigte sich optimistisch, dass für den Freitagabend eine Lösung gefunden werde. Eine Parallelausstrahlung von „heute journal“ und „Tagesthemen“ werde es nicht geben. „Das wäre medien- und verbraucherpolitisch absurd. Das ZDF ist unser Freund, nicht unser Befehlsempfänger“, sagte Struve.

Offen ist auch noch, wie die ARD mit ihren politischen Magazinen umgeht. Thomas Gruber betonte, dass es künftig nicht weniger, sondern eher mehr Information geben werde. An den Werktagen macht der neue „Tagesthemen“-Termin Veränderungen bei den bisher 45 Minuten langen politischen Magazinen nötig. Hier müsse man sich „noch etwas einfallen lassen“, hatte WDR-Intendant Fritz Pleitgen schon vor ein paar Tagen gesagt. „Sie könnten auf 30 Minuten verkürzt oder auf 60 Minuten verlängert werden.“

Nach Informationen der Redaktionsleiter der Magazine liegen zwei Modelle für die Zukunft der Sendungen vor, die bislang montags und donnerstags je 45 Minuten Sendezeit haben. Das erste Modell sieht zwei 30-Minuten-Magazine am Montag und vier 60-Minuten-Sendungen am Donnerstag vor. Das zweite plant 30-minütige Magazine montags, mittwochs und donnerstags. Betroffen sind die Formate „Monitor“, „Panorama“, „Fakt“, „Report Mainz“, „Report München“ und „Kontraste“.dpa/meh

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