Zeitungen : Spekulationen um Verkauf des Berliner Verlags

Nachdem der britische Finanzinvestor Montgomery finanziell unter Druck geraten ist, will der den Berliner Verlag abstoßen. Der Käufer steht schon fest, aber wann das Geschäft vonstatten geht, noch nicht.

Berliner Verlag
Steht vor dem Verkauf Der Berliner Verlag. -Foto: dpa

Der erwartete Kauf der BV Deutsche Zeitungsholding durch den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg verzögert sich. Am Wochenende kursierten zum Tag der Vertragsunterzeichnung und zum Kaufpreis unterschiedliche Spekulationen. „Focus online“ berichtete unter Berufung auf Kölner Verlagskreise, DuMont zahle weniger als 150 Millionen Euro für die deutschen Zeitungen der britischen Verlagsgruppe Mecom. Die Kaufverträge für „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“ sollen laut „Focus“ am Dienstag unterschrieben werden.

Dem Branchenblatt „Kontakter“ zufolge sind sich die Parteien hingegen noch nicht über den Kaufpreis einig. Demnach fordert die Mecom-Gruppe um den Investor David Montgomery zwischen 160 und 170 Millionen Euro. DuMont wolle offenbar nur 150 Millionen Euro zahlen. Mecom habe noch am Freitag signalisiert, dass der Handel am Montag abgeschlossen werden könne, hieß es in dem „Kontakter“-Vorabbericht. Mecom steht wegen eines Schuldenbergs von 600 Millionen Euro unter Druck.

Der Verlag M. DuMont Schauberg wollte sich zu möglichen Kaufabsichten weiter nicht äußern. Auf Anfrage verwies eine Sprecherin lediglich auf eine frühere Mitteilung, die Berichte in diesem Zusammenhang als „reine Spekulation“ zurückgewiesen hatte.

Laut „Focus“ will der DuMont-Verlag seine bisherigen Blätter mit den Neuerwerbungen zusammenführen. So sollten die „Frankfurter Rundschau“ und die „Berliner Zeitung“ von einem zentralen Newsdesk in Berlin journalistisch gemacht werden. Uwe Vorkötter, Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“ und davor bei der „Berliner Zeitung“, sei als Redaktionschef für beide Blätter vorgesehen. Eine engere Zusammenarbeit sei auch für die Boulevard-Blätter „Express“, „Berliner Kurier“ und „Hamburger Morgenpost“ geplant.

Auch auf dem Berliner Presseball am Samstagabend war der geplante Verkauf ein Thema beim Flanieren und beim Small Talk. So sagte etwa der Präsident des Abgeordnetenhauses, Walter Momper, dass sich da eine für die Zeitung und die Stadt gute Lösung abzeichne: „Es ist sicher besser, wenn Unternehmer ihr Geld in vernünftige Zeitungen investieren, als wenn sie es an der Börse verlieren.“ (jbh/Bi)

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