• Zeitungsimperium: Rupert Murdoch: von der „Birmingham Gazette“ zum „Wall Street Journal“

Zeitungsimperium : Rupert Murdoch: von der „Birmingham Gazette“ zum „Wall Street Journal“

Mit der Übernahme des väterlichen Zeitungsverlags begann der steile Aufstieg Murdochs. Heute leitet er das Medienimperium "News Corporation". Seinen Wurzeln ist er mit einer Leidenschaft für Zeitungen treu geblieben.

Matthias B. Krause
Rupert Murdoch Foto: AP
Rupert Murdoch -Foto: AP

Eines streiten selbst seine härtesten Kritiker nicht ab: Der Mann hat eine Leidenschaft für Zeitungen. Ob die allerdings immer zu etwas Gutem führt, sei dahingestellt. Aus welchen Holz Keith Rupert Murdoch geschnitzt ist, zeigte er schon als 19-Jähriger. Damals war Murdoch Praktikant bei der englischen „Birmingham Gazette“. Nach wenigen Wochen schrieb er dem Verleger einen Brief, in dem er die Unfähigkeit des Chefredakteurs beklagte und dessen sofortige Entlassung verlangte. Heute darauf angesprochen, lacht der 76-Jährige: „Ich hätte den Brief nicht schreiben sollen. Auch wenn ich recht hatte.“ Als Sohn des kleinen Zeitungsverlegers Keith Murdoch wuchs er im australischen Adelaide auf, studierte in Oxford und übernahm nach der Rückkehr auf den Fünften Kontinent das defizitäre Geschäft seines Vaters. Mit einer radikalen Hinwendung zum Boulevard besserte er die Lage des Unternehmens und benutzte das Geld, um ein TV-Magazin zu gründen. 1964 startete Murdoch mit „The Australian“ die erste nationale Tageszeitung des Landes. Zwei Jahre später kaufte er in Großbritannien „The News of the World“, damals mit acht Millionen Auflage die populärste englischsprachige Tageszeitung der Welt.

Murdochs Unternehmen News Corporation wuchs fortan rapide, er verleibte sich die altehrwürdige „Times“ in London ein und setzte seinen Feldzug in Amerika fort, wo er Zeitungen erwarb und mit „Fox News“ einen Kabelsender gründete, der CNN bald überholen sollte. Murdoch ist bekannt dafür, dass er direkten Einfluss auf den Inhalt seiner Publikationen nimmt, unbequeme Mitarbeiter unverzüglich feuert und gegebene Versprechen bricht. Ganz offen fördert er in seinen Publikationen politische oder geschäftliche Freunde oder verdammt ihrer Gegner. In den USA ist er glühender Unterstützer des Irakkrieges und der Republikaner, sammelt aber gleichzeitig Wahlkampfspenden für Hillary Clinton. In einem Interview mit dem Magazin „New Yorker“ antwortete Murdoch auf die Frage, was ihm an seinem Konzern am meisten Spaß bereite: „Im Tagesgeschäft mit den Redakteuren involviert zu sein. Zu versuchen, Leute zu beeinflussen.“

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