Zu meinem ÄRGER : "Dörtes Dancing“ zum Fremdschämen

Jana Cebulla, Chefredakteurin des Berliner Radiosenders 94,3 rs.2, erklärt, worüber sie sich in dieser Medienwoche am meisten aufgeregt hat.

Frau Cebulla, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Mitschämfaktor ganz hoch! Sie kennen das doch bestimmt auch. Man sitzt vor dem Fernseher und sieht eine Sendung, die so peinlich ist, dass es einem selbst die Schamesröte ins Gesicht treibt. So geschehen bei mir am Dienstag beim Film „Dörtes Dancing“ auf ProSieben mit Jeanette Biedermann in der Hauptrolle. Leider ist die Parodie auf „Dirty Dancing“ mit Jennifer Grey an der Seite von Patrick Swayze unfassbar platt, unfassbar langweilig, unfassbar doof. 90 Minuten lang wurde der Zuschauer mit den ältesten Slapstick-Nummern und Kalauern gequält. Und das war nur der Anfang. Vier Teile hat ProSieben für die „Funny Movies“ gedreht. In den nächsten Wochen sind noch geplant: „H3 – Halloween Horror Hostel“, „Eine wie keiner“ und „Spiel mir das Lied und Du bist tot!“ Ärgerlich und überflüssig wie Fußpilz.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

Endlich hat die Schlammschlacht einiger Medien um die Lufthansa-Crew, die auf dem Hamburger Flughafen einen Airbus trotzt Orkans sicher landen konnte, ein Ende. Statt die Leistungen des Piloten und seiner Co-Pilotin zu würdigen, bauschten Journalisten die Geschichte auf. Günther Jauch spekulierte bei „Stern TV“ über viele andere Beinahe-Katastrophen, die nur nicht gefilmt wurden und witterte die großen Sicherheitslücken bei Piloten. Die „Bild“-Zeitung deckte natürlich ein früheres Geheimnis der jungen und schönen Co-Pilotin auf. Unterdessen wurden die beiden freigestellt – der Medienrummel war zu groß. Jetzt haben die Beteiligten endlich Zeit und Ruhe, sich um die genaue Aufarbeitung des Vorfalls zu kümmern. Und das ist doch erfreulich.

Jana Cebulla,

Chefredakteurin des Berliner Radiosenders 94,3 rs.2.

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