Zu meinem ÄRGER : Indianer, fürchtet euch nicht

TV-Moderatorin Astrid Frohloff über Schweizer Befindlichkeiten, die österreichische Justiz und die Arbeit von "Reporter ohne Grenzen".

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Astrid Frohloff.Foto: RBB

Frau Frohloff, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über die werten Kolleginnen und Kollegen bei der Schweizer Wochenzeitung „Blick am Abend“, die in dieser Woche ein grimmiges Konterfei unseres Bundesfinanzministers Peer Steinbrück mit der Überschrift „Der hässliche Deutsche“ betitelten. Aber, aber, liebe Eidgenossen, der will doch nur das Geld haben, das an ihm vorbei in eure Kassen geht! Zu Unrecht, wie er meint – und nicht nur er. Offenbar ist euch der Humor ausgegangen, weil ihr merkt, dass das Steuerschlupfloch, das über Jahrzehnte so gut funktioniert hat, demnächst gestopft ist. Im Übrigen: Das 7. US-Kavallerieregiment des General Custer, das Steinbrück – sinnbildlich – gegen euch in Marsch setzen wollte, hat den Kampf am Little Bighorn seinerzeit gegen die Indianer verloren!

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Die Schnelligkeit, mit der das österreichische Gericht den Prozess gegen Josef F. zu Ende brachte. Das hat den Voyeur unter den Journalisten und im Publikum rasch den Wind aus den Segeln genommen. Das Gericht hat nicht der Neigung nachgegeben, jedes Detail des widerlichen Falles auszuwälzen. So blieb auch die Berichterstattung im Rahmen des Erträglichen.

Welche Website können Sie empfehlen?

Die Homepage der Organisation „Reporter ohne Grenzen“, die sich für Pressefreiheit weltweit einsetzt (www.reporter-ohne-grenzen.de). Da erfährt man zum Beispiel, dass auf den Traumurlaubsinseln Malediven jemand lebenslang hinter Gitter kommen kann, der einen kritischen Artikel über die Regierung veröffentlicht.

Astrid Frohloff moderiert im RBB „Im Palais“, sowie gegenwärtig die Magazine „Kontraste“ (ARD) und „Klartext (RBB). Sie ist Vorstandssprecherin von „Reporter ohne Grenzen“.

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