Medien : Zu meinem Ärger: Manfred Volkmar, Leiter der Berliner Journalisten-Schule

Herr Volkmar[worüber haben Sie sich in der v]

Herr Volkmar, worüber haben Sie sich in der vergangenen Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über den grottenschlechten "Tatort" am Ostermontag - nein, halt: in Wahrheit natürlich darüber, dass ich mir dieses missratene Stück ohne Not bis zum Ende angetan habe. Im Übrigen: Selbstverständlich sieht und hört unsereins immerzu und überall in den Medien ärgerliche Fehlleistungen (und nervt die Umwelt entsprechtend oft in der Rolle des Oberlehrers). Weil ein Journalist wieder einmal sein wichtigstes Handwerkszeug, nämlich die Sprache, nicht richtig anwendet. Weil er über Dinge schreibt oder redet, die er offenkundig selbst nicht verstanden hat. Weil er ein Interview führt und nicht darauf achtet, was ihm geantwortet wird. Kurzum, weil in Sendern und Verlagen der Quote und dem Betriebsergebnis zu viel und der Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Denn das kostet Zeit und Zeit kostet Geld.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

Über das miese Wetter zu Ostern und zwei Tage ganz ohne druckfrische Zeitungen so kurz hintereinander - endlich Gelegenheit, verschobene Lektüre nachzuholen und den aufgetürmten Papierstapel abzubauen. Denn zwar wächst die Produktion minderwertiger Medienware wohl immer noch schneller als die der hochwertigen. Aber online und im Kabel finden sich doch zwischen all dem Müll journalistische Schätze noch und noch, und der Gang in einen Berliner Zeitungsladen ist wie ein Besuch im Schlaraffenland. Mein Papierstapel ist längst wieder größer geworden.

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