Zu meinem ÄRGER : Muslime unter Generalverdacht

Die aufgeheizte Diskussion über den Islam kommt nicht zur Ruhe: Die Medienwoche im Blick von Autorin Sineb El Masrar.

Sineb El Masrar
Sineb El MasrarFoto: Promo

Frau El Masrar, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Eher habe ich den Kopf geschüttelt. Das trifft es besser. Durch die Flüchtlingsthematik und die jüngsten politischen Entwicklungen in der Türkei kommt hierzulande die aufgeheizte Diskussion über den Islam nicht zur Ruhe. Muslime stehen in der Bevölkerung zum Teil unter Generalverdacht. Statt immer über DEN Islam und DIE Muslime zu berichten, sollten Medien endlich kritisch bestimmte Akteure befragen. Vom Zentralrat der Muslime über Funktionäre der Milli Görüs und UETD (Union Europäischer Türken in Deutschland) gäbe es da genug Ansprechpartner.

Gab es auch etwas in den Medien, worüber Sie sich freuen konnten?
Ja! Die Dokumentation „Herr Kim und Schwester Lotusblüte“ von Sou-Yen Kim und Miriam Rossius über Koreaner in Deutschland, die am Sonntag bei tagesschau24 ausgestrahlt wurde. Die erste Generation der sogenannten Gastarbeiter stirbt uns weg, und wir wissen bis heute über ihr Leben und Leiden so wenig, es braucht mehr davon. Und nicht auf Spartensender verstecken! Diese Menschen sind Teil unserer deutschen Geschichte. Für eine friedliche Zukunft und Identität braucht es auch das Wissen um die eigene Geschichte. Diese ist dank all der Einwanderer in diesem Land hoch spannend.

Ihr Lieblings-Internet-Video?
Aktuell amüsiere ich mich sehr über die Bollywood-Version von Superman und, Achtung, Spiderwoman Dariya Dil aus dem Jahre 1988. https://www.youtube.com/watch?v=HC_x2B5K7Es Die Machart ist einfach köstlich , sowohl technisch als auch erzählerisch. Retten wir die Welt, tanzend wohlgemerkt!

Sineb El Masrar, deutsche Autorin marokkanischer Abstammung („Emanzipation im Islam“), Herausgeberin und Chefredakteurin von „Gazelle“,

einer multikulturellen Frauenzeitschrift.

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