Zu meinem Ärger : Starke Stücke in „FAZ“ und „Focus“

Chris Köver, Herausgeberin und Chefredakteurin des "Missy Magazine" ärgert sich über die Berichterstattung zu den Blockupy-Protesten und freut sich über der Erfolg der Band Gossip.

Foto: Promo
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Liebe Frau Köver, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über die Art der Berichterstattung zu den Blockupy-Protesten in Frankfurt. Wie da in der bürgerlichen Presse von „FAZ“ bis „Focus“ eine friedliche Protestform wie die Blockade zu einem Akt von Gewalt hochstilisiert wurde und das Recht derer, die zur Arbeit gehen wollen, bereitwillig über das Grundrecht auf Versammlungsfreiheit gestellt wurde, das fand ich schon ein starkes Stück. Da ruft ein breites linkes Bündnis aus Gewerkschaften, globalisierungskritischen Organisationen und Parteien auf, nach vier Jahren Finanzkrise und Milliarden von Bankenhilfe die sehr berechtigte Unzufriedenheit mit einer neoliberalen Finanzmarktpolitik zu artikulieren – und statt auf die Kritik einzugehen oder sich über das nahezu pauschale Verbot der Proteste zu empören, wird es in der Berichterstattung als linksradikal und gewaltbereit diffamiert.

Gab es auch etwas, über das Sie sich freuen konnten?

Was mich ungeheuer freut, ist, dass eine so politische Band wie Gossip und eine Künstlerin wie Beth Ditto mittlerweile popstartauglich sind – und diesen Monat auf so vielen Magazincovern zu sehen. Dass diese Band aus dem queeren linken Milieu einmal so im Mainstream ankommt, war mit das Unwahrscheinlichste und Erfreulichste, was sich in den letzten Jahren im Pop zugetragen hat.

Welche Website, welches Youtube-Video können Sie empfehlen?

Auf der Webseite www.feministfrequency.com analysiert die Video-Bloggerin Anita Sarkeesian regelmäßig sehr schlau und unterhaltsam Gender- und sonstige Stereotype in Film, Fernsehen oder Werbung.

Chris Köver ist

Herausgeberin und Chefredakteurin des „Missy Magazine“. Die aktuelle Ausgabe ist seit dem 14. Mai in Handel.

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