Zu meinem ÄRGER : Verschwendete Lebenszeit

Olli Pocher, Sabine Lisicki und Anke Engelke - Radio88,8-Moderator Alexander Schurig ordnet die Medienwoche ein.

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Herr Schurig, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Über „Olli Pocher liebt Bum Bum Bine!“, also über die „Bild“-Liebe von Oliver Pocher zu Sabine Lisicki. Zum einen weil ich entgegen meinen edlen Vorsätzen die Artikel über dieses neue Traumpaar des Boulevard gelesen und damit wertvolle Lebenszeit verschwendet habe. Zum anderen weil mit dieser seifenopernartigen Über-Inszenierung von zwei Handvoll deutscher Trash-Ikonen-Leben (Bohlen, van der Vaart, Boris Becker usw.) das Kommerz-Konglomerat aus „Bild“, RTL und anderen seine Werbepreise in die Höhe treibt. Dennoch gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Presseprodukte. Das ist gesetzgeberisch irgendwie inkonsequent.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich gefreut haben?

„Sowas wie Glück“ am Montagabend im Ersten. Anke Engelke zieht los und redet mit ganz normalen Menschen über das Glück. Handwerklich klasse gemacht, am Ende freuen sich alle mit dem „Chor der Muffeligen“, dass auch übellaunige Menschen durch Singen bessere Laune kriegen. Anders als viele andere Infotainment-Formate enthielt diese Reportage im Rahmen der ARD-Themenwoche „Glück“ weder dümmliche Patentrezepte noch falsche Emotionen. Glück gehabt!

Welche Internetvideos können Sie empfehlen?

Alle Youtube-Videos vom Ukulele Orchestra of Great Britain. Mimisch weitgehend unbewegte Briten interpretieren auf kaum ernst zu nehmenden Mini-Instrumenten die Monsterhits der Popgeschichte. So ähnlich verbringe auch ich meine Freizeit – nur leider nicht so virtuos.

Alexander Schurig moderiert im RBB-Sender radioBerlin 88,8 die Sendung „Guten Morgen Berlin“.

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