Zu meinem ÄRGER : Vom Vorteil, weiß zu sein

Doofe Fragen an Schauspielerinnen, von weißen Männern dominierte "Oscars" und blinde Flecken der Nachrichtenlandschaft: Die Medienwoche im Blick von Daniela Späth.

Daniela Späth.
Daniela Späth.Foto: Christian Roman

Frau Späth, worüber haben Sie sich diese Woche in den Medien geärgert?

Verdammt, vor allem weiß hätte man sein müssen! Dann wären die Chancen, einen Oscar abzusahnen, wohl um einiges höher gewesen. Denn unter den 20 Oscar-Nominierten in den vier Schauspiel-Kategorien war kein einziger schwarzer Schauspieler dabei. Darüber wurde auf Twitter unter dem Hashtag #OscarsSoWhite diskutiert. Rainer Haubrich von der "Welt" konnte die Aufregung in seinem Kommentar nicht nachvollziehen: Diversität dürfe nicht erzwungen werden. Nur: Wenn von den rund 6000 Mitgliedern der Filmakademie 94 Prozent weiß und 77 Prozent männlich sind, ist das alles andere als eine filmreife Vorstellung.

Gab es auch etwas, worüber Sie sich freuen konnten?

"Dein Kleid sieht toll aus!" oder "Von welchem Designer ist dein Kleid?": Mit solchen Bemerkungen und Fragen müssen sich viele Schauspielerinnen herumplagen. Hollywood gleich Glamour, schon klar. Fragen zum Film? Fehlanzeige. Zum Glück weist das Video "Ask Better Questions - Red Carpet Supercut" von Upworthy auf diesen Missstand hin. Auch die Klarstellung "Wir sind mehr als nur unsere Kleider" von Reese Witherspoon zu Beginn der Oscarverleihung war da eine reine Wohltat.

Welche Website können Sie empfehlen?

Mein Facebook-Stream bombadiert mich mit Nachrichten, Tweets, Links und Artikeln. Das meiste rauscht an mir vorbei. Ab und an ist aber eine Perle dabei. Zum Beispiel die Seite www.derblindefleck.de. Die Macher achten auf das, was ich gar nicht sehen kann. Eben blinde Flecken. Dahinter steckt die Initiative Nachrichtenaufklärung e.V., die die Öffentlichkeit regelmäßig auf Themen aufmerksam machen will, die von den deutschen Massenmedien vernachlässigt werden. Einmal im Jahr werden die Top Ten veröffentlicht. Tolle Sache!

Daniela Späth, hat gerade ihr Multimedia-Volontariat bei der Deutschen Welle abgeschlossen. Sie ist Teil von bleiwüsten.de, einem Blog, der digitale Storytelling-Tools für Journalisten vorstellt.

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