Zu meinem ÄRGER : Wer berichtet über Fukushima?

Wir Journalisten üben zu wenig Druck auf die Politik aus: Die Medienwoche in Blick von RTL-Wetter-Moderatorin Saskia Naumann.

Saskia Naumann
Saskia NaumannFoto: Anna-Lena Holz/RTL

Frau Naumann, worüber haben Sie sich in dieser Woche in den Medien am meisten geärgert?

Fukushima bekommt in den Medien meines Erachtens nicht die nötige Präsenz. Die havarierten Reaktoren in Japan verseuchen nach wie vor unsere Erde, jeden Tag läuft tonnenweise hoch radioaktiv verstrahltes Wasser in den Pazifik. Die Westküste der USA ist nachweislich radioaktiv verseucht. Fukushima ist auch hier bei uns angekommen. Aber wir Journalisten üben zu wenig Druck auf die Politik aus und lassen uns täglich den verseuchten Fisch aus dem Pazifik schmecken. Wohl bekomm’s!

Gab es denn auch etwas in den Medien, worüber Sie sich freuen konnten?
Beeindruckend ist die Kreativität der „Bild“ – sie hat kürzlich das Online-Portal www.wissen-sie-mehr.de freigeschaltet. Insider können dort ihr Wissen über das Portal weitergeben. Ein cleverer Schachzug der „Bild“, um an neue, gute Geschichten zu kommen. Der Absender kann seine Informationen auch anonym versenden, wenn man der „Bild“ Glauben schenken mag.

Ihr Lieblings-Internetvideo oder Ihre Lieblings-Website?
Als Wetterexpertin besuche ich fast täglich https://www.lightningmaps.org/ Die Webseite zeigt grafisch, in welcher Entfernung gerade Blitze einschlagen und wie weit der Schall des Donners reicht. Die Präzision der Messtechnik ist einfach nur beeindruckend. Sollte jeder beim nächsten Gewitter mal testen.

Saskia Naumann, 35, ist Journalistin und Wetter-Moderatorin bei RTL. Zuvor hat die Frankfurterin als Börsenkorrespondentin für die DPA-AFX gearbeitet.

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