Fahrbericht Ford Fiesta 1.0 mit Dreizylinder : Automatisch besser

Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik, elektrische Servolenkung und neue Wertigkeit im Innenraum - der Ford Fiesta 1.0 EcoBoost meistert dazu einen ganz besonderen Spagat.

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Macht es selbst: Der Ford Fiesta EcoBoost 1.0 mit Automatik-Getriebe.
Macht es selbst: Der Ford Fiesta EcoBoost 1.0 mit Automatik-Getriebe.Foto: Hersteller

Nur 1100 Euro verlangt Ford für die moderne Sechsgang-Doppelkupplungsautomatik, mit welcher der Fiesta 1.0 EcoBoost nun bestellt werden kann. Ein fairer Aufpreis. VW verlangt beim überarbeiteten Polo 1450 Euro für die Automatik,  die allerdings einen Gang mehr besitzt. Doch auch mit den sechs Gängen ist es mit dem weich und ruckfrei schaltenden Automaten eine angenehme Art der Fortbewegung im kleinen Kölner. Die 0,6 Liter Mehrverbrauch gegenüber dem manuellen Fünfganggetriebe nimmt man da gern in Kauf. 4,9 Liter nennt das Werk; bei unserer ersten Testfahrt zeigt der Bordcomputer, mit 6,4 Litern, mehr an. Das ist noch okay. Mit dem 55-Liter-Tank muss also nur recht selten eine Tankstelle angefahren werden.

100 PS starker Winzling

Der 100 PS starke Dreizylinder-Turbobenziner und das erstmals im Fiesta eingesetzte Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe harmonieren prächtig miteinander. Nur das Zucken der Drehzahlmesser-Nadel weist auf einen Gangwechsel hin. Das Getriebe schaltet früh hoch, und überspringt im wählbaren Sportmodus auch mal einen Gang, wenn man vor einem Überholvorgang den Automaten per Kickdown zur schnellen Reaktion aufgefordert hat.

Es glänzt und dampft in Genf
Es geht rund in der Schweiz. Dort auf dem Autosalon zeigt die Autobranche, was sie an Neuigkeiten zu bieten hat. Die Welt dreht sich um das Thema Automobil am Lac Leman.Weitere Bilder anzeigen
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05.03.2014 10:54Es geht rund in der Schweiz. Dort auf dem Autosalon zeigt die Autobranche, was sie an Neuigkeiten zu bieten hat. Die Welt dreht...

Zwar lassen sich die Gänge auch manuell wechseln, doch darauf verzichtet man schnell, denn der Automat kann das viel besser. Der im vergangenen Jahr als Motor des Jahres ausgezeichnete Dreizylinder-Turbo macht seine Sache im 1089 Kilogramm leichten Fiesta richtig gut: Der 100 PS starke Winzling, der Super E10 verträgt,  zieht schon bei niedriger Drehzahl ordentlich los, kennt keine Vibrationen und verliert selbst beim kurzzeitigen Ausdrehen nicht seine gute Laune. Das ordentliche Drehmoment von 170 Newtonmetern liegt in einem weiten Bereich zwischen 1400 und 4000 Umdrehungen pro Minute an. Bei Tempo 100 dreht der Winzling nur 2000 Umdrehungen pro Minute.

Kleine Schönheitsflecken: Das hochmoderne Triebwerk erfüllt noch nicht die ab 1. Januar 2015 gültige Euro-6-Abgasnorm, und weder die noch etwas souveräner agierende Version mit dem 125-PS-Dreizylinder-Turbobenziner noch die Dieselmodelle sind mit dieser Doppelkupplungsautomatik lieferbar.

Querschnitt: Der Dreizylinder-Motor feiert derzeit nicht nur bei Ford ein eindrucksvolles Comeback.
Querschnitt: Der Dreizylinder-Motor feiert derzeit nicht nur bei Ford ein eindrucksvolles Comeback.Foto: Hersteller

Elektrische Servolenkung unter den besten der Fahrzeugklasse

Bei der Automatik-Version fehlt überdies die kraftstoffsparende Start-Stopp-Automatik. Die bereits seit 2008 produzierte aktuelle Generation des Fiesta, der im vergangenen Jahr der weltweit meistverkaufte Kleinwagen war,  wurde 2012 überarbeitet und erhielt unter anderem einen auffälligen Grill im Aston-Martin-Stil. Auch im Innenraum zog eine neue Wertigkeit ein. An der umständlichen Bedienung änderte sich leider nichts. Geblieben ist zum Glück das ausgewogen abgestimmte Fahrwerk, das den Spagat zwischen Sportlichkeit und Komfort gekonnt hinbekommt.

Auch die präzise elektrische Servolenkung gehört zu den besten Lenkhilfen in dieser Klasse. Da musste nichts großartig geändert werden. Unverändert ist allerdings auch die schlechte Übersichtlichkeit nach hinten; ein Tribut an die sportliche Form. Da sollte unbedingt von vornherein die Einparkhilfe eingeplant werden, die allerdings mit 450 Euro Aufpreis zu den teureren Systemen in diesem Segment zählt. Hintere Türen kosten zwar 750 Euro extra, erlauben jedoch einen bequemen Zustieg zum Fond.

Mit der neuen Sechsgang-Automatik statt der veralteten Fünfganghandschaltung hat der adrette Kölner deutlich an Attraktivität gewonnen. In der Sync-Edition-Version (ab 18770 Euro) kann das Auto sogar E-Mails vom gekoppelten Smartphone vorlesen. Und als Individual (ab 19745 Euro) mit hervorragenden Teilleder-Sportsitzen eignet  sich die Automatikversion sogar als komfortabler Erstwagen für längere Reisen. In diesem Monat wird übrigens weltweit der 16millionste Fiesta vom Band laufen.

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