Feiertage : Halloween/Reformationstag

Noch ein Doppler, der Reformationstag und Halloween. Wobei das protestantische Fest in Deutschland nur gesetzlicher Feiertag in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen- Anhalt und Thüringen ist, in Baden- Württemberg haben wenigstens die Kinder noch schulfrei. Die anderen Bundesbürger müssen unreformiert auskommen und seien nur kurz daran erinnert, dass an diesem Tag des Jahres 1517 ein gewisser Martin Luther an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg seine 95 Thesen zu Ablass und Buße hämmerte. Ob er heute noch eine Chance hätte, wenn er auch nur eine einzige These gegen die Kommerzialisierung und die Amerikanisierung an die Wand schlagen würde? Kaum, die Kinder würden ihm auf die Pelle rücken, „Süßes oder Saures“ brüllen und ihn auslachen. Seit Beginn der 90er Jahre hat sich bei uns das amerikanische Halloween-Fest durchgesetzt, bei dem beileibe nicht nur Kinder verkleidet durch die Gegend ziehen und um süße Almosen betteln. Das heißt, amerikanisch ist das Fest gar nicht, sondern irisch. Der Ursprung ist umstritten, eine Theorie weist auf ein keltisch-angelsächsisches Fest eines angeblichen Totengottes mit Namen Samhain hin. Samhain könnte aber auch auf das Sommerende hinweisen, mit dem die dunkle Zeit beginnt, im weitesten Sinn auch die tote Zeit der Natur. Und dann wollen die Kinder an Halloween uns gar nicht erschrecken und gar Saures androhen. Dann leisten sie nützliche Arbeit und besänftigen mit ihren schaurigen Kostümen, den Gerippen, all den Fratzen und schaurig illuminierten Kürbissen nur Charon und alle anderen finsteren Geister des Totenreichs. So viel aufopferungsvoller Kampf sollte uns doch wirklich etwas Süßes wert sein. Mit beruhigtem Gewissen lässt sich dann auch gut an Luther denken.

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