FEZitty : Wahlkampf mit neun Jahren

Im FEZ können Kinder die Arbeitswelt nachspielen. „Ganzheitliches Lernen“ nennt Geschäftsführer Lutz Mannkopf dieses Konzept.

Marianna Mamonova

Berlin„Ich will Bürgermeisterin werden“, sagt die neunjährige Julia Richter. An diesem Donnerstag will sie sich zur Wahl aufstellen lassen. Warum sie die Richtige ist, um in der Spielstadt FEZitty zu regieren? „Ich mache eine große Feier für alle Kinder und sorge für mehr Sauberkeit mit neuen Gesetzen.“ Beim Thema Sauberkeit hat die Fünftklässlerin bereits Erfahrungen: Vor zwei Jahren war sie bei der Stadtreinigung „tätig“. Diesmal will sie in ihren Schulferien richtig Karriere machen.

FEZitty ist ein riesiges Rollenspiel, das den Kindern die Möglichkeit gibt, wie Erwachsene in einer Stadt zu arbeiten. „Ganzheitliches Lernen“ nennt Geschäftsführer Lutz Mannkopf dieses Konzept. Zum sechsten Mal stehen auf dem FEZ-Gelände die Tore für Kinder zwischen sechs und 14 Jahren offen. Rund 60 Erwachsene begleiten und betreuen die Kinder bei ihrem Versuch, eine Regierung aufzubauen, einen Wahlkampf zu organisieren oder sich selbständig zu machen. Eine Universität gibt es auch. 750 Arbeits- und Studienplätze stehen täglich in der FEZitty zur Auswahl. Das Besondere: In dieser Stadt bekommt man fürs Studieren genauso viel Geld wie fürs Arbeiten. Egal was man macht: fünf „Wuhli“ pro Stunde. Einer geht für Steuern drauf. Das übrige Spielgeld können sie für Zirkusbesuche, Zugfahrten oder im Supermarkt ausgeben.

Der zwölfjährige Marten ist einer der Ersten, die sich heute beim Jobcenter anstellen. Nach der Beratung entscheidet er sich für ein Studium zum Tontechniker. Wenn er ein paar Stunden studiert hat, will Marten im großen Fernsehstudio von FEZitty arbeiten. Die zehnjährige Jana dagegen will gleich einen Job bei der Sparkasse haben. Aufs Studieren habe sie keine Lust. Sie zieht einen soliden Job vor.

FEZitty, bis zum 28. August im FEZ Wuhlheide, Di-So: 11–18 Uhr und Sa 13–18 Uhr. Mehr Informationen unter www.fez-berlin.de

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