Kolumne : Kurz vor ACHT: Lieber nicht per Gießkanne

„Habt ihr was bekommen?“ So lautet zurzeit die meistgestellte Frage, wenn sich Eltern und Lehrer freier Schulen irgendwo treffen. Manchmal gibt es dann ein frustriertes Kopfschütteln, häufig aber auch ein beglücktes Lächeln.

Susanne Vieth-Entus

Die Rede ist von den zehn Millionen Euro Konjunkturmitteln, die der Senat den nichtöffentlichen Schulen aus dem großen Kuchen der 196 Millionen Euro zubilligen wollte.

Nicht immer leuchten die Entscheidungen ein. Etwa dann nicht, wenn Schulen die Investition in energiesparende Heizungen verwehrt wird und sie weiter ihre alten „Dreckschleudern“ aus DDR-Zeiten einschalten sollen. Schließlich sollten die Konjunkturmittel in erster Linie der energetischen Sanierung dienen. Dann fragt man sich schon, warum stattdessen energetisch gut aufgestellte Schulen Geld bekommen, um etwa neue Räume anbauen zu können.

Aber Kritik gibt es bisher nur hinter vorgehaltener Hand, denn die freien Schulen sind froh, dass sie überhaupt Geld bekommen haben. Denn der Senat hat immer betont, dass er dazu gar nicht gezwungen gewesen wäre. Und die freien Träger wissen, dass Protest kaum Sinn machen wird, denn die Geldmittel sind längst verteilt: Selbst unter den auf Nächstenliebe gründenden kirchlichen Schulen dürfte kaum eine sein, die freiwillig Geld abgibt. Schließlich haben sie alle die Sanierung bitter nötig angesichts der Tatsache, dass das Land normalerweise keinen Cent zur Gebäudeunterhaltung der freien Schulen hinzugibt. Außer ein paar Lottomitteln ab und an ist da nichts zu holen.

Und noch etwas bringt die freien Träger zum Verstummen, und zwar das Beispiel „Brandenburg“: Hier wurden die Mittel an die freien Schulen nach Gießkannenprinzip verteilt. „Dann schon lieber wie in Berlin“, findet der Sprecher der Waldorfschulen.

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