Berliner Imbisse im Test : Orientalisch angehaucht

BBQ Beef oder lieber Hummus? Im "Bag Yard" im Bikini Berlin wird beides zubereitet, in der offenen Küche vor den Augen der Gäste.

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Das Essen im Bag Yard wird appetitlich arrangiert auf einem Holzbrett serviert.
Das Essen im Bag Yard wird appetitlich arrangiert auf einem Holzbrett serviert.Foto: S. Kippenberger

Hinweis: Das Bag Yard ist inzwischen geschlossen.

Es muss nicht immer Currywurst sein. Nicht mal an dieser Ecke, im Herzen von West-Berlin. Wie wär’s mit Blumenkohl? Im Ofen geröstet, statt im Wasser zerkocht, dazu knuspriges Naanbrot und wunderbar gewürztes Tahini. Alles auf einem Holzbrett appetitlich arrangiert, Kirschtomate, Pesto, Paprika-Pulver und schwarze Samen sorgen für geschmack-volle Farbkleckse. Auch die Mischung der Texturen, knusprig, bissfest und cremig stimmt, so wie die Moral. Man legt Wert auf natürliche Zutaten und Produkte aus der Umgebung.

Tagsüber ist es etwas günstiger im „Bag Yard“ im Bikini Berlin, da kostet die Blumenkohl-Platte 4,90 Euro statt 5,90, und man ordert „Menüs“, mit Beilagen wie Süßkartoffelpommes inklusive, an der Theke und bezahlt; abends wird die Bestellung von der Kellnerin aufgenommen und rasant serviert. Die Mitarbeiter sind jung und cool – aber freundlich cool.

Hier wird gern gebraten und frittiert

Das „Bag Yard“ im Bikini Haus ist eine Art „Neni“ für Eilige. Anders als in dem israelischen Restaurant im Hotel „25hours“ nebenan kommt man hier kurz vorbei, in der Mittagspause, nach dem Shoppen, vor dem Kino. Das Essen ist orientalisch angehaucht, neu-deutsch international: Pulled Pork, Hummus, Falafel, Chili Chicken, BBQ Beef, 18 Stunden lang in der Tajine geschmortes Rind. Butterzart, hätte nur ein bisschen mehr Fleisch sein können, so wie dem Superfood-Salat etwas mehr Wärme und Würze gut getan hätten.

Man riecht gleich beim Hereinkommen, dass hier gern gebraten und frittiert wird. Immerhin frisch, vor den Augen der Gäste, die auch zugucken können wie Salate zusammengestellt werden. Die offene Küche liegt im Zentrum des im industrial chic eingerichteten Raums. Das Ganze ist ein Experiment, zumindest bis Ende des Jahres. Dann wird entschieden, ob das Lokal weitergeht. An mangelndem Zustrom sollte es nicht scheitern.

Auch wenn einige der Gerichte in selbst gebackene Sauerteigbrottaschen gesteckt werden – der Name, Bag Yard, ist eher dem Wortspiel geschuldet. Die Lage ist das Gegenteil von Hinterhof: an der besten (und runden) Ecke des Bikini-Hauses: im Erdgeschoss, beim Zoo Palast, vis-à-vis der Gedächtniskirche. Wer einen Platz am großen Schau-Fenster erwischt, genießt einen 1a-Blick auf das alte und neue West-Berlin.

Adresse  Bikini Berlin, Budapester Str. 38-50

Im Netz  BagYard auf Facebook

Geöffnet  Montag bis Sonntag 12-22 Uhr

Interessanter Nachbar  Lakrids by Johan Bülow, im Bikini Berlin gleich nebenan

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