Berliner Street-Food-Lokale im Test : Mexikanisch essen im "Tin Tan"

Ein Taquería wie in Mexiko-Stadt soll es sein. Auf der Karte stehen mariniertes Schwein und Guacamole.

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Hochprozentig: Im "Tin Tan" kann man das mexikanische Nationalgetränk Mezcal trinken - und auch eine Flasche für Zuhause mitnehmen.
Hochprozentig: Im "Tin Tan" kann man das mexikanische Nationalgetränk Mezcal trinken - und auch eine Flasche für Zuhause...Foto: Promo

Echte „mexikanische Street Food-Kultur“ verspricht die Speisekarte. Dabei sieht der Laden schon sehr nach Mitte aus: Die Wände sind kahl, die Holztische rustikal, Industrielampen hängen von der Decke, und die Gerichte im Angebot hat jemand mit Kreide auf Schiefertafeln geschrieben. Eine typische Taquería wie in Mexiko-Stadt habe sie schaffen wollen, erzählt Inhaberin Barbara Craffonara. Aber eben à la Berlin.

Craffonara ist Südtirolerin, drei Jahre hat sie in Mexiko gelebt, das Land kulinarisch erkundet und dann beschlossen, dass die deutsche Hauptstadt reif sei für (besseres) mexikanisches Essen. Ihr Restaurant Papalotl in Prenzlauer Berg gibt es inzwischen nicht mehr, dafür nun also mittelamerikanische Imbisskultur: Das „Tin Tan“ eröffnete 2014, benannt ist es nach dem Spitznamen des Schauspielers und Komikers Germán Valdés.

Taquerías sind Läden, die sich auf Tacos spezialisiert haben, also auf Fladenbrote aus Weizen oder Mais, die mit allerlei Zutaten gefüllt werden können. In Mexiko reicht die Bandbreite dieser Lokale von improvisierten Ständen auf dem Markplatz bis hin zu Restaurants.

Vier Stunden schmort das Schwein

Im „Tin Tan“ werden die Gerichte – so man sie nicht zum Mitnehmen haben möchte – in kleinen, schwarzen Pfannen serviert. Der Stolz des Ladens sind Suadero (Mais-Tortillas mit Käse und Rindfleisch, 7,50 Euro) und Cochinita (Mariniertes Schwein mit fünf weißen Mais-Tortillas, ebenfalls 7,50 Euro), wobei das Rind über zwei Stunden und das Schwein sogar vier Stunden schmoren muss. Man schmeckt es. Das Fleisch ist butterweich und ein echter Genuss. Auch die Tacos mit US-Rindersteak (Bistec, 8 Euro) und die Frijoles, hausgemachte schwarze Bohnen, überzeugen.

Die Pure Guacamole aus Avocado, Zwiebel, Limettensaft und Koriander schmeckt so frisch wie versprochen, aber auch ein bisschen fad. Wie überhaupt manches Gericht beherzter gewürzt und die Saucen schärfer sein könnten. Vielleicht mögen die Lateinamerikaner in der Küche der deutschen Kundschaft nicht zu viel zumuten.

Geöffnet ist das „Tin Tan“ von den Mittagsstunden bis zum späteren Abend. Es ist auch ein guter Ort, um ein Glas zu trinken. Entweder Agavenschnaps pur oder eine Margarita aus Limettensaft, Tequila und Triple Sec.

Adresse  Chausseestraße 124, Mitte, Telefon 280 962 23

Im Netz  facebook.com/tintan.berlin.taqueria

Geöffnet  Mo-Fr 11 bis 23, Sa 16-23 Uhr.

Interessanter Nachbar  Naturkundemuseum, Invalidenstraße 43

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