Fashion Week Berlin : Mode aus London auf der Fashion Week

Zum ersten Mal zeigt das britische Designerduo Paper London auf der Mercedes-Benz Fashion Week seine Kollektion.

Merle Collet
Schwarz-Weiß dominierte bei Paper London.
Schwarz-Weiß dominierte bei Paper London.Foto: dpa

Quadrate, Dreiecke, Kreise, Halbkreise. Auf jeden Fall klare Linien. Was einen Architekten  beim Anfertigen eines Grundrisses beschäftigen oder einen Schüler der achten Klasse im Mathematikunterricht mit Lineal und Bleistift zur Verzweiflung bringen mag, kennzeichnet die Mode des Londoner Modelabels Paper London. Vor vier Jahren von Kelly Townsend und Philippa Thackery gegründet, ist Paper heute ein fester Bestandteil der Londoner Modeszene. Die US-amerikanische Sängerin Taylor Swift trug bei einem Auftritt bei den German Music Awards einen Zweiteiler des Labels. Bereits 2012 wurde die Schwester von Catherine, Herzogin von Cambridge, Philippa „Pippa“ Middleton in einem ihrer Kleider bei den US Open in New York gesichtet. Am Mittwoch zeigten sie zum ersten Mal ihre Kollektion in Berlin.

Den Unterschied zwischen Berliner und Londoner Mode wollen sie jetzt herausfinden

„Es ist aufregend für uns in Berlin zu sein, in einer neuen Stadt mit einer anderen Kultur“, sagt Kelly Townsend. Ob es für sie einen konkreten Unterschied zwischen der Berliner und Londoner Modeszene gibt, möchte sie zusammen mit ihrer Kollegin Philippa Thackery herausfinden. Townsend ist die Kreativdirektorin und arbeitete bereits als freie Designerin für Bekleidungshersteller wie Massimo Dutti. Thackery sitzt ihr auf einem grauen Samtsofa gegenüber. Ihre Augen strahlen. „Wir haben sehr hart gearbeitet“, sagt Thackery. Die Architektur Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts, vor allem aber das Interior des amerikanischen Designers Charles Eames inspiriert sie. Besonders auffällig sind die präzise ausgewählten Farben, die oftmals in starken Kontrasten verwendet werden.

Paper London gewann einen wichtigen Preis des British Fashion Council

Dass Paper London aktueller Preisträger des British Fashion Council ist, beweist, dass die mutige Kombination aus Material und Farbe gut funktioniert. „Für die Modenschau steht alles. Alle Modelle sind ausgesucht und ausgestattet“, sagt Townsend. „Es ist gut, dass es jetzt losgeht. Aber wir sind natürlich aufgeregt unsere Mode einem neuen Publikum zu zeigen.“

Ein Kleid wie eine Mickey Mouse.
Ein Kleid wie eine Mickey Mouse.Foto: dpa

Am Mittwochvormittag ist es dann soweit: Zu kräftigem Bass und poppiger Projektion präsentierten die Models von Paper London allesamt mit tiefem Seitenscheitel, in weißen Herrenlackschnürschuhen die neue Kollektion des Britischen Modellabels. Was zunächst eher schlicht und mit dezenten Cremetönen begann, wurde im Verlauf der Show farblich immer mutiger: Leuchtendes Pastellgrün, Rostrot und Petrol. Wie die Kreativdirektorin Kelly Townsend bereits ankündigte: Es waren neue Farben für das Modelabel. Mit der Farbe tauchten dann auch die geometrischen Akzente auf. Besonders auffällig war hier ein weißer Pullover mit einem schwarzen Aufdruck einer Grundrisszeichnung. Doch auch die Zusammensetzung der Materialen war mutig: So kombinierte sie dünne Seide mit gestricktem Stoff. Schick und dennoch lässig also sind die neuen Kreationen von Paper London, die vom Rollkragenkleid bis hin zum kleinen Schwarzen von Vielseitigkeit und sanfter Silhouette zeugen.

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